Landschaft.
Handkolorierte Lithographie.
Eigenhändig mit Bleistift bezeichnet, datiert u. signiert :
“Orig. Lith. (1931, IV), handcol.” – “Erbslöh”
Darstellung : 31 × 40,5 cm
Blattformat : 38 × 52,5 cm
Auf Bütten mit Wasserzeichen. Breitrandig/vollrandig erhalten.
Am äußersten, breiten Rand einige Wurmstiche. An der rechten oberen Ecke – knapp außerhalb der Darstellung – äußerst geschickt mit hauchdünnem Japan geschlossener Riss. Winziges, stecklnadelkopfgroßes Löchlein in der Darstellung, mit freiem Auge kaum merklich. – Trotz der Erhaltungsmängel insgesamt sehr schöner Gesamteindruck.
Zu den Abbildungen : Die große erste Ansicht wurde mit der Digitalkamera gemacht, die Detailaufnahmen mit dem Scanner. Daraus resultieren die unterschiedlichen Schärfeeindrücke.
“Erbslöh, Adolf, dt. Maler, Zeichner, Graphiker, *27.5.1881 New York, †2.5.1947 Irschenhausen/Isartal (heute zu Icking/Land-Kr. Bad Tölz). 1887 oder ’88 Rückkehr der Familie aus New York nach Barmen … Stud. 1901-04 KA Karlsruhe bei Ernst Schurth und Ludwig Schmid-Reutte; E. lernte dort Alexander Kanoldt kennen, zeitlebens eng befreundet … 1904-06 ABK München bei Ludwig von Herterich. Wird in München ansässig. 1906 … 1909 Gründungs-Mitglied und Schriftführer der Neuen Künstler-Vereinigung München. Aufgrund von Differenzen über die von E. in letzter Konsequenz abgelehnte Abstraktion kam es zum Bruch. Dieser führte zur Gründung der Künstler-Gruppe Der Blaue Reiter, der sich E. jedoch nicht anschloß, sondern den Vorsitz der Neuen Künstler-Vereinigung München übernahm. Ab 1911 Landschafts-Bilder aus der Gegend um Brannenburg am Inn … 1914 Reise über Klausen nach Italien (Assisi, Rom) … 1934 läßt sich E. in Irschenhausen nieder. – E. zählt zu den bed. dt. Vertretern des gegenständlichen Expressionismus … Die Gründung der Neuen Künstler-Vereinigung München 1909 markiert den Wendepunkt, an dem E. nach unentschlossenem Stilpluralismus begann, mit streng stilisierten Figurenbildern eine expressive Hs. mit starken und glühenden Farben auszuprägen … Um 1910 … zunehmende Annäherung an den Kubismus … Danach wandte er sich weitgehend vom Irrationalismus des Spätexpressionismus ab und gelangte um 1920 zu einer sachstrengen, plast. Auffassung. Zwar zuweilen als Vertreter der neusachlichen Malerei apostrophiert, näherte er sich ihr nur in einer Serie von Blumenstilleben. Ab 1920 nutzte er verstärkt kubist. Elemente und malte in kühlem Kolorit und sorgfältig gesetzten kurzen, parallelen Pinselstrichen prismat.-geometr., menschenleere Lsch. in kristalliner Gesamtstruktur mit kräftigen Hell-Dunkel-Kontrasten und harten Schlagschatten mit geheimnisvoller Ausstrahlung …” (Carsten Roth, in AKL XXXIV, 2002, 265)
220 EUR