Graphik 18. Jahrhundert
I. Quinquefolium palustre – II. Quinquefolium maius – III. Tormentilla - Kupferstich aus dem "Hortus Eystettensis" des Basilius Besler
Basilus Besler : Pflanzen-Kupferstich aus dem “Hortus Eystettensis”
I. Quinquefolium palustre – II. Quinquefolium maius – III. Tormentilla
Kolorierter Original-Kupferstich aus dem “Hortus Eystettensis” des Basilius Besler.
Das Exemplar entstammt der 3. und letzten Auflage von 1713-1750.
In der Platte signiertes Exemplar (s. an Wurzel d. mittl. Pflanze) : “Servasius Rauen” (s. auch abweichende Schreibweisen b. Thieme/Becker)
Darstellung (mit Plattenrand) : ca. 40 × 49,5 cm – Blattformat : ca. 58 × 45,5 cm
Erhaltung : Das breitrandige, unbeschnittene Exemplar weist oben rechts (im unbedruckten Bereich) eine kleine Restaurierung auf : als kleine Verfärbung sichtbar (siehe Abb.). Gleich darunter (ebenfalls im unbedruckt. Bereich) eine kleine Rißverklebung, in diesem Bereich das Papier auch ein wenig wellig. – Im breiten weißen Rand umlaufend kleinere Randrisse, die außerhalb des Plattenrandes verbleiben – und damit ggf. vom allfälligen Passepartout überdeckt werden.
Die Abbildungen : Die Abb. 2, die das volle Blatt mit Rand zeigt,
erscheint zu stark getönt, alle anderen Abb. sind farbrichtiger.
Das Kolorit des Stiches stammt aus jüngerer Zeit.
395 EUR
Porträt : Christoph Jakob Trew (1695 Lauf/Pegnitz - Nürnberg 1769)
“D. Christoph. Iac. Trew …”
Halbfiguriges Porträt des Gelehrten.
Schabkunstblatt von Joh[ann] Jacob Haid, Augsburg, wohl um 1746*
Vorzeichnung/Vorlage : D. van der Smissen.
Der handschriftl. Datumseintrag am Unterrand dürfte in etwa zutreffen; gezeigt wird ein Mann, der um die 50 Jahre alt sein müsste.
Darstellung : 31,4 × 19,7 cm. – Papierformat : ca. 39 × 25 cm
Die Darstellung in sehr schöner Erhaltung – mit dem ganzen, der Mezzotinto-Technik eigenem Schmelz. Außerhalb der Darstellung, im breiten/weißen Rand eine zeitgenöss. handschriftl. Datierung mit Tinte (1746). Dazu einige alte Bleistiftvermerke. Rückseitig alte Anklebungen von Büttenpapierstreifen, die sich sicherlich leicht entfernen ließen, eine konservator. Notwendigkeit dazu aber besteht nicht.
Vita : Christoph Jacob Trew [trɔʏ̯] (* 26. April 1695 in Lauf an der Pegnitz; † 18. Juli 1769 in Nürnberg), auch „Treu“ geschrieben, war ein deutscher Arzt und Botaniker. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „Trew“. Über seine ärztliche Praxis hinaus führte er medizinische Grundlagenforschung durch und lehrte an der Universität. Besondere Bedeutung kommt ihm durch seine publizistische Tätigkeit zu: Trew gründete und betreute ab 1731 eine der ersten Medizinzeitschriften überhaupt, das Wochenblatt „Commercium litterarium ad rei medicinae et scientiae naturalis“. Als akademischer „Netzwerker“ korrespondierte Trew 15 Jahre lang für diese Zeitschrift mit Fachkollegen in ganz Europa. 1743 wurde er Direktor der Kaiserlich-Leopoldinisch-Carolingischen Akademie der Naturforscher. Seine internationalen Kontakte nutzte er auch, um mehrere Sammlungen zusammenzustellen, die heute auf ihren jeweiligen Gebieten zu den umfangreichsten der frühen Neuzeit gerechnet werden: So hinterließ Trew die größte bekannte Briefsammlung mit medizinischem und naturwissenschaftlichem Schwerpunkt (sie enthält mehr als 19.000 Briefe, unter anderem von Albrecht von Haller, Conrad Gesner und Lorenz Heister). Seine Bibliothek, die gut 34.000 Bände (darunter viele unschätzbar wertvolle Unikate) enthält, ist einer der größten naturkundlichen Wissensspeicher seiner Zeit. 1768 überließ er seine komplette Sammlung der Universität Altdorf. Nach Auflösung der Universität 1809 gelangte sie an die Universitätsbibliothek in Erlangen, die sie noch heute besitzt und derzeit nach und nach per Mikrofiche erschließen lässt. – Werke : Hortus nitidissimus … 1750–1786. – Plantae selectae … pinxit Georgius Dionysius Ehret …. 1750–1773, Supplement 1790. – Plantae rariores …. 1763. – Uitgezochte Planten …. 1771. – Herbarium Blackwellianum …. 1757–1773 …” (Wikip. v. 5.7.2011)
95 EUR
Porträt : Jacob Gottfried Scheurl von Defersdorf (1651 - Nürnberg - 1717)
Porträt des Jacob Gottfried Scheurl von Defersdorf (1651-1717),
im Hintergrund wird der Ort Defersdorf gezeigt.
“Jacobus Godofredus Scheurl à Defersdorf …”
Schabkunstblatt von Joahnnes Kenkel, kurz nach 1717.
Die uns sonst bekannten Exemplare zeigen unten links im Stein den Namen des Malers (“J. L. Hirschmann ad vivium pinxit”). Unser Ex. ist ohne diese Bezeichnung. Ob der Name erst in späteren Drucken eingraviert wurde oder ob man diesen später ausschliff, können wir zunächst nicht entscheiden.
Darstellung : 42 × 29,5 cm – Blattgröße : 46 × 33,8 cm
Am linken oberen Bild- u. Blattrand feine Knickspuren, im Baumstamm ein kleiner, kaum merklicher Kratzer. Die Blattränder rundum etwas knittrig, angestaubt u. bestoßen. In den vier Blattecken Nadelstichspuren. Leichter Wasserrand in den oberen Ecken. Horizontal mittig eine durchgehende feine Papierfalte, die aber nur wenig auffällt. – Insgesamt ein sehr ansprechendes Blatt.
Jacob Gottfried Scheurl (19. Aug. 1651 – Nürnberg – 28. Nov. 1717)
“1679 Hof- u. Stallmeister der verwittw. Fürstin Lobkowitz, geb. Pfalzgräfin von Sulzbach, nach deren Tod in Diensten des Fürsten Ferdinand August von Lobkowitz, Herzogs von Sagan, u. des Pfalzgrafen Philipp von Sulzbach; 1686 Pfleger in Betzenheim bei Pegnitz u. 1694 in Gräfenberg, 1714 Amtmann des Sebalderwaldes u. Oberrichter des Forst- u. Zeidelgerichts in Nürnberg” (zit. nach rootsweb)
“Die Scheurl von Defersdorf sind eine Patrizierfamilie der Freien Reichsstadt Nürnberg. Erstmals urkundlich erwähnt im Jahr 1440. Familiensitz ist das, 1535 aus dem Besitz der Holzschuher übernommene, ehemalige Zeidelgut Fischbach. Die Scheurl waren ab 1729, bis zum Ende der reichsstädtischen Zeit im Jahre 1806, im Inneren Rat vertreten …”(Wikip. v. 17.8.2011)
100 EUR
Gottfried Schadeloock (1663 Stettin - 1741 Nürnberg) : Portrait
Portrait nach halb links:
Gottfried Schadeloock (1663 Stettin – 1741 Nürnberg).
Schabkunstblatt (Mezzotinto) von Bernard Vogel nach Jan Kupecký (Kupetzki), gedruckt/veröffentlicht 1735.
Darstellung (Plattenrand) : 34,8 × 25,5 cm
Blattgröße : 36 × 26,5 cm
Ein kleiner Randeinriß (nur wenige Millimeter in die Darstellung reichend) hinterlegt. Im samtschwarzen Hintergrund kleine Beschabungen bzw. Fleckchen, ein größeres Fleckchen in der Abbildung mit Pfeil markiert. Die rückseitig erkennbaren Knitterspuren sind bildseitig kaum merklich.
Schadeloock, Gottfried, geb. 04.12.1663 in Stettin, gest. 02.07.1741 in Nürnberg, Beisetzung: 07.07.1741, verh. 30.09.1696 Katharina Isabella Waltmann in Nürnberg, Kaufmann in Seide, Tuch und Zeug, Bürger zu Nürnberg (s. Landesarchiv Baden-Württemberg). – Jan Kupecký (Kupetzki) (1667-1740), Porträtmaler. – Bernard Vogel (1683-1737).
Maria Catharina Prestel/Johann Albrecht Dietzsch : Wanderer in einem Tal
Wanderer in einem Tal, wohl 1776.
Maria Catharina Prestel (1747-1794)
nach Johann Albrecht Dietzsch (1720–1782)
Aquatinta in Rötel (rotbraun) nach einer lavierten Federzeichnung
24,2 × 18,2 cm (Plattenrand, hier zugleich Blattrand)
J. A. Dietsch delin./ Joh. Georg Hertel exc. A.V./ M. Chaterine Prestel Sculp.
Auf starkem, festen Bütten. Bis knapp über bzw. an den Plattenrand beschnitten.
Oberhalb des Kopfes des Wanderers mit dem Stock ein winzig feines Kratzerchen – kaum merklich – ansonstn in schöner Erhaltung, keine Bereibung etc.
“Die nach einer getuschten Zeichnung des Johann Albrecht Dietzsch (1720–1782) angefertigte Aquatinta zeigt Wanderer in einem Tal. Von einem distanzierten Betrachterpunkt aus ist ein Mann auf einem Pferd zu sehen, der drei Wanderern
den Weg zu erklären scheint. Aus dem Bildhintergrund rechts kommen zwei weitere Wanderer oder Jäger mit einem Hund auf die Gruppe zu. Die linke Bildhälfte wird von einigen Bäumen eingenommen, die einen sich anschließenden Wald andeuten. In weiter Ferne ist die Silouette einer Kirche mit einigen umgebenden Häusern zu erkennen.
Maria Catharina Prestel setze mit Hilfe einer Aquatintaplatte die lavierten Flächen der Tuschezeichnung adäquat um. Deutlich wird das Bild durch die von der Sonne beschienenen Stellen und den verschatteten Teilen der Landschaft belebt. Neben der Aquatinta treten einige radierte Linien auf, die mit wenigen Strichen die Konturen der Menschen und der Landschaft angeben. Erneut verrät der charakteristische Einsatz der Aquatinta ebenso wie das Motiv des Blattes die Zugehörigkeit zu der im Hertelschen Verlag.
Claudia Schwaighofer: Das druckgraphische Werk der Maria Catharina Prestel (1747–1794) – Werkverzeichnis, Nr. 19
60 €
Johann Heinrich Lips (1758 - 1817) : Regina von Bonstetten
Regina von Bonstetten
In der Platte ist der Name der Dargestellten
verschlüsselt abgekürzt : “B …. n”
Am Unterrand, von alter Hand in Tinte, findet sich die Auflösung.
Portrait-Kupferstich auf Bütten (Wasserzeichen, wohl “C B”).
In der Platte unten links bezeichnet/datiert : “Joh. H. Lips sculpsit 1776”.
Darstellung (einschl. Plattenrand) : 23,5 × 19,5 cm
Blattgröße : 33,5 × 27 cm
Auf dem vollen Blatt. Die Blattränder etwas angestaubt und leicht altfleckig. Rückseite schwach stockfleckig. Der Bildbereich nahezu unberührt.
“Nach dem Wunsch der Eltern sollte der Kupferstecher Johann Heinrich Lips, geboren am 29. April 1758 in Kloten bei Zürich, eigentlich den Beruf des Chirurgen ergreifen. Nur zögerlich stimmten sie dem Zeichenunterricht im Rahmen einer höheren Allgemeinbildung zu, lehnten aber die durch Johann Caspar Lavater (1741-1801) vermittelte Lehrstelle in der Radierwerkstatt Johann Rudolf Schellenbergs (1740-1806) in Winterthur ab. Die anfänglich autodidaktische Ausbildung ergänzte zunehmend der bekannte Schweizer Theologe und Schriftsteller Lavater selbst. Er schickte Radierwerkzeug, Vorlageblätter und Anleitungen zum Radieren nach Kloten und eröffnete Lips weitere künstlerische Kontakte u.a. zu Johann Caspar Füßli (1706-1782), Jens Juel (1745-1802) sowie zu seinen späteren Förderern Herzog Carl August von Sachsen-Weimar (1757-1828) und Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832). Ein Exklusivvertrag für die Illustration der mehrbändigen Ausgabe der „Physiognomischen Fragmente“ band Lips bis 1780 an Lavater. Erst nach Abschluss dieser Arbeiten konnte er seine Studienreise beginnen, deren Stationen Schaffhausen, Basel, Colmar, Karlsruhe, Stuttgart und Mannheim waren. In Mannheim wurde er schüler an der damals bekannten Zeichenakademie von Peter Anton von Verschaffelt (1710-1793) wo er sich intensiv dem Akt- und Antikenstudium widmete. Nach erfolgreichem Abschluss zog Lips weiter nach Düsseldorf, wurde preisgekröntes Mitglied der Düsseldorfer Kunstakademie und traf u.a. auf Friedrich Bury (1763-1828), mit dem er schließlich 1782 nach Italien aufbrach …” (Weblink : Goethezeitportal.de (Stand 18.Nov.2009)
95 EUR
Francesco Morelli (1768-1832): "Veduta degli avanzi della Tempio della Sibilla nella Cittá die Tivoli"
Francesco Morelli : “Veduta degli avanzi della Tempio della Sibilla nella Cittá die Tivoli”
Kupferstich (eigentlich Kupferradierung),
datiert unterhalb der Darstellung rechts : Roma 1797
Mit der Verlegeradresse :
“In Roma presso Agapito Franzetti al Corso”
Die gestochenen Bildunterschriften in italienischer u. französischer Sprache.
Darstellung / Image size : 31 × 44,8 cm
Blattgröße / Sheet size : ca. 38 × 49 cm
Das Blatt wurde aufgrund Stockfleckigkeit gereinigt. Der Plattenrand ist an drei Seiten noch sichtbar, am linken Blattrand aber knapp über die Plattenkante beschnitten.
Original etching by F. Morelli, dated 1797. Washed.
Reserviert
Christoph Weigel nach Caspar Luyken : Kaiserlicher Pauker
“Kaiserlicher Paucker.”
Altkolorierter, teils goldgehöhter Kupferstich, 1703.
Christoph Weigel (1654–1725) nach Caspar Luyken (1672-1708, Monogramm in Ligatur in der Platte unten rechts).
Aus : Neu-eröffnete Welt-Galleria. Worinnen sehr curios und begnügt unter die Augen kommen allerley Aufzüg und Kleidungen unterschiedlicher Stände und Nationen …
Darstellung (Plattenrand) : 29,5 × 19,5 cm
Blattgröße : 38 × 23,5 cm
Im breiten, weißen Rand (außerhalb der Darstellung) einige wenige/winzigkleine Papierfehlstellen – sonst sehr schönes Blatt in prächtigem Altkolorit.
“Die Pauke (italienisch: timpano, französisch: timbale, englisch: kettledrum – „Kesseltrommel“, „Kesselpauke“), Schlaginstrument aus der Gruppe d. Membranophone”. – SW : Musik, Musikinstrumente.
110 EUR
Benard nach Martinet : Le Pou
LE POU VU AU MICROSCOPE – DIE LAUS UNTER DEM MIKROSKOP
Sehr großformatiger Kupferstich von Benard (fecit) nach Martinet (del).
Aus der Encyclopédie v. Denis Diderot & Jean Lerond d’Alembert : um 1770.
Blattgröße : 40,5 × 65,5 cm
Das unbeschnittene Blatt (mit Wassserzeichen) ist original 2fach vertikal gefaltet.
Die Blattränder gebräunt und eingerissen – nicht bis in den Plattenrand reichend
Innerhalb der Darstellung schwach fleckig (= Abklatsch der gegenüberlieg. Faltseite).
Eine kleine Papierausdünnung unten links (nicht im Bildbereich).
Die ersten beiden Abbildugen geben die Farbe des Blattes richtig wieder.
Die Gesamtabbildung, unter Beleuchtung, erscheint zu rotstichig.
SW: Läuse, lausen, bug, cootie, louse, Kopflaus
65 EUR
Christian Ludwig von Hagedorn (1712 Hamburg - 1780 Dresden) : Landschaften. - Radierungen, 1744
Zwei Landschaften
Zwei Radierungen, jeweils monogrammiert und datiert 1744 sowie jeweils mit Monatsbezeichnung. Unterhalb der Darstellungen radierte Horaz- u. Vergilzitate.
Die beiden Blätter wurden alt übereinander an den oberen Ecken auf einen Untersatzkarton montiert. An den Rändern teils leichter Anflug von Stockfleckchen, das untere Blatt mit minimalem Fältchen.
Darstellung bis Plattenrand : 9 × 12 cm – Blattgröße : 10 × 13 cm
Darstellung bis Plattenrand : 8,5 × 11,5 cm – Blattgröße : 9,1 × 11,9 cm
Zum Monogramm s. Prein, Handbuch der Monogramme in der europäischen Graphik vom 15. bis zum 18. Jahrhundert. – München 1989, Nr. 567
Zusammen 95 EUR
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