19. Jahrhundert
Otto von Griechenland / Gustav Kraus : "Einzug Seiner Majestät des Königs Otto zu Nauplia am 6. Februar 1833". - Kreide-Lithographie, 1833
Gustav Kraus (1804-1852) :
“Einzug Seiner Majestät des Königs Otto zu Nauplia am 6. Februar 1833”
Kreide-Lithographie, 1833.
Unterhalb der Darstellung :
“Auf Stein gez. von G. Kraus – Gedr. von J. B. Dresely”
Unterhalb der Schrift mittig Trockenstempel : “KRAUS”.
Darstellung : 24,2 × 34 cm
Blatt : 28 × 37 cm (Ränder ungleichmäßig beschnitten).
Erhaltungsmängel :
Papierfältchen u. leichte Flecken in der Blattecke oben links (nur etwas die Darstellung betreffend). In der Himmelspartie oben rechts schwach fleckig sowie mit ganz feinem Wasserrändchen. Einige Papierfältchen in der Blattecke unten rechts (außerhalb der Darstellung). Ebenfalls etw. fleckig die unbedruckten Blattränder. Blattrückseite angestaubt (s. Abb.).
Die wesentlichen Darstellungsbereiche aber in schöner, klar zeichnender Erhaltung.
Das Blatt liegt unter einem frisch gefertigten Schrägschnittpassepartout in Museumsqualität : leicht chamoisfarben mit Büttenstruktur.
“Nach einer lavierten Federzeichnung von Peter Hess (…).
Sie ist sehr genau übernommen, lediglich statt des Laubbaumes links eine Palmenart sowie genau ausgearbeitete Porträts statt der Skizzierungen” (Christine Pressler, Gustav Kraus 1804-1852. Monographie und kritischer Katalog, Nr. 371).
“Nafplio (neugriechisch Ναύπλιο (n. sg.), auch Nauplion, altgriechisch Nauplia Ναυπλία (f. sg), von 1686 bis 1715 italienisch Napoli di Romania ist eine Hafenstadt am Argolischen Golf auf der Peloponnes in Griechenland” (Wikip.)
345 EUR
D. Haiz / Joseph Stieler : Maria Nikolajewna, Herzogin von Leuchtenberg (1819-1876). - Kreidelithographie von D. Haiz nach Joseph Stieler, um 1840.
Maria Nikolajewna, Herzogin von Leuchtenberg (1819-1876)
Kniestück sitzend, im Hintergrund Schloß Tegernsee;
in lithographiertem Rahmen; darunter Bezeichnung in Russisch und Französisch.
Kreidelithographie von D. Haiz nach Joseph Stieler, um 1840.
Mit der Verlegeradresse “Th. Kammerer à Munich”.
Darstellung : 43 × 36,5 cm – Blatt : 78,5 × 57,5 cm
Die Darstellung in schönster, frischer Erhaltung.
Die überaus breiten weißen Ränder allerdings mit einem Anflug von feinen Stockfleckchen, am rechten Rand auch knapp an den Darstellungsrand heranreichend (s. Pfeile). Um die Stockflecken photograph. darstellen zu können, mußten wir via photoshop das Bild stark abdunkeln. “In natura” ist das Blatt aber hellweiß. – Die Blattränder etwas gewellt.
Maria Nikolajewna (1819-1876), die älteste Tochter des Zaren Nikolaus I. von Rußland. 1839 Heirat mit Herzog Maximilian von Leuchtenberg (Sohn von Eugène de Beauharnais und Auguste Amalie, Tochter Max Joseph I.).
Über die Herzöge von Leuchtenberg umfassend die Dissertation von
Leo Hintermayr : Das Fürstentum Eichstätt der Herzöge von Leuchtenberg 1817-1833. München, C.H. Beck, 2001 (Schriftenreihe zur bayerischen Landesgeschichte, 124).
Aufgrund der Blattgröße ist ein Versand nur gerollt möglich.
Die Qualität des Papiers verträgt einen Rollenversand problemlos.
195 EUR
Carl Baron von Vittinghoff (1772 Preßburg-Wien 1826) : Schafe und Ziegen
Carl Baron von Vittinghoff (1772 Preßburg-Wien 1826) :
Schafe und Ziegen.
2 Radierungen,
jeweils in der Platte monogrammiert und datiert :
1807 bzw. 1808.
Wohl aus einer Folge von 27 Blättern mit Landschaften und Tierstücken, erschienen in Nürnberg im Frauenholz’schen Verlag.
Darstellungen (Pattenrand) : 10 × 17 cm u. 10 × 18,2 cm
Blattgrößen : ca. 11,3 × 18,5 cm u. 11,3 × 19,6 cm
Beide Blätter jeweils am linken Außenrand bis knapp an/in die Plattenkante reichend mit Schabspuren. Die Darstellungen selbst sind nicht betroffen. – Außerhalb des Plattenrandes sowie rückseitig leicht stockfleckig. – Gute, klare Abzüge.
Referenzliteratur : Nagler, Die Monogrammisten, Bd. II, Nr. 753 u. Bd. V, Nr. 1062.
Vita : “Carl Baron von Vittinghoff, Kunstliebhaber, geb. zu Pressburg [Nagler gibt hier das Geburtsjahr falsch an : 1727 statt 1772, d. Verf.], gest. zu Wien 1826. Dieser geistreiche Dilettant malte Landschaften mit Figuren und Thieren, und radirte eine grosse Anzahl von Blättern, welche zu den schönsten Erzeugnissen dieser Art gehören. Sie stellen einzelne Thiere, und Gruppen von solchen vor, theils mit dem Namen, theils mit dem Monogramme bezeichnet. Er wechselt, aber mit der Bildung des letzteren … Die gegebenen Zeichen findet man auf Bestandtheilen einer Folge von 27 geistreich radirten Blättern, Schweinen, Ziegen, Schafen, Böcken, Kindern, Eseln, Hunden, Katzen etc. … erschienen im Frauenholz’schen Verlage zu Nürnberg … Auf etlichen Blättern ist das Monogramm mit der Jahreszahl 1808 verbunden …” (Nagler V, 1062)
75 EUR
Peter von Hess (1792 Düsseldorf-1871 München) / Carl Heinzmann (1795 Stuttgart-München 1846): "ABRUZZISCHE BAUERN VOR EINER SCHENKE IN TIVOLI". - Kreide-Lithographie, 1826
Carl Heinzmann (1795 Stuttgart-München 1846) nach
Peter von Hess (1792 Düsseldorf-1871 München)
ITALIEN / LATIUM :
“ABRUZZISCHE BAUERN VOR EINER SCHENKE IN TIVOLI”
Kreide-Lithographie, datiert 1826.
Darstellung : 37,5 × 48,8 cm – Blattgröße : 52 × 57,8 cm
Im Stein unten links bezeichente : “PHeß fec(it) / 1819”.
Unterhalb der Darstellung :
“Gemalt von Peter Hess – Auf Stein gezeichnet von Carl Heinzmann” /
“Gedruckt von Ios. Selb”
“Der Kunst-Verein in München seinen Mitgliedern
für das Jahr 1826.
Das Original von der selben Grösse gehört
dem Herrn geheimen Ober-Bau-Rathe von Klenze in München.”
Das Blatt wurde von Stockflecken gereinigt.
Außerhalb der Darstellung (im breiten weißen Rand) rundum angestaubt und etwas berieben.
Minimale, fein ausgeführte Retusche im Bereich des Mantels der äußeren rechten Figur (s. Pfeile).
265 EUR
Georg Franz Jaquemot nach Karl von Enhuber : "Ein Gerichtstag" (in Starnberg), Kupferstich, 1867
Georges Francois Jaquemot nach Karl von Enhuber :
“Ein Gerichtstag” (in Starnberg).
Unterhalb der Darstellung :
“Der Kunstverein in München seinen Mitgliedern für das Jahr 1867.
Druck von A. Wetterroth”
Amstgericht Starnberg, mit Blick auf die Josephskirche.
Kupferstich, 1866-1867.
Darstellung : 41,3 × 54 cm
Blatt : 52,5 × 62,5 cm
Das Blatt wurde von Stockflecken gereinigt.
Am Blattoberrand (außerhalb der Darstellung) drei sauber geschlossene – dennoch etwas merkliche Einrisse (siehe Abb.). Am Blattunterrand (ebenfalls außerhalb d. Darstellung) ein feines Papierfältchen sowie oberflächliche Beschabungen und ein Wasserrändchen.
Sehr kräftiger, dabei klarer/differenzierter Abzug. Ein Prachtblatt.
Bibliographische Referenz : G. Schober, Bilder aus dem Fünf-Seen-Land, 296.
Vita : “Georges François Louis Jaquemot (* 19. Mai 1806 Valangin, Kanton Neuchâtel); † 15. Februar 1880 Pforzheim) war ein schweizerischer Kupfer- und Stahlstecher …” (Wikip.).
Vita : Karl von Enhuber (* 16. Dezember 1811 in Hof; † 6. Juli 1867 in München) war ein bayerischer Maler. – Karl von Enhuber war ab 1832 Schüler der Akademie der Bildenden Künste München. Von Anfang an thematisierte er in seinen Bildern das bäuerliche Leben seiner bayerischen Heimat. Sein erstes bedeutendes Bild war der „Partenkirchener Jahrmarkt mit einem Fleckseifenhändler als Mittelpunkt der gaffenden Menge. – Es folgten die Genrebilder, wie zum Beispiel „die unterbrochene Kartenpartie“ (gestochen von Christoph Preisel) oder „der Gerichtstag“ (gestochen von Georg Franz Jaquemot). 1860 begann er seine bedeutendste Arbeit, die Illustrationen zu Melchior Meyrs „Geschichten aus dem Ries“, 13 Blätter, die in Fotografien erschienen sind. – Enhuber starb nach längerem Leiden infolge des Stichs einer giftigen Fliege 6. Juli 1867.” (Wikip.)
175 EUR
Moritz Graf von Dietrichstein (1775-1864) : Portrait. - Kreide-Lithographie, 1832
Moritz Johann Carl Joseph Georg Graf von Dietrichstein (1775 Wien 1864) :
Porträt des Theaterintendanten, Erziehers des Herzogs von Reichstadt
Kreide-Lithographie auf aufgewalztem China, 1832
Gedruckt bei Hanfstaengl. München, 1832.
Darstellung auf China : 31,8 × 25 cm
Unterlagekarton 40,7 × 33,5 cm
Der Unterlagekarton rundum gebräunt und stockfleckig.
Die Darstellung aber lediglich etwas angestaubt und mit winzigen Fleckchen.
Vita : Dietrichstein trat 1791 in die österreichische Armee ein und nahm als Artillerieoffizier an den Feldzügen am Rhein, in den Niederlanden und in Bayern teil. 1798 wurde er Adjutant des FML Mack bei der neapolitanischen Armee. Nach deren Auflösung 1799 wurde Dietrichstein zusammen mit Mack auf der Rückreise nach Österreich völkerrechtswidrig in Bologna gefangen genommen und blieb bis 1800 in französischer Gefangenschaft. Danach quittierte er den Dienst und widmete sich der Förderung junger Künstler. Besonders nahm er sich des jungen Dichters H. von Collin an, dem er nach dessen frühem Tod 1811 ein Denkmal in Wien errichtete. Er machte sein Haus zu einem geistigen Mittelpunkt Wiens, in dem unter anderem Johannes von Müller, Josef von Hormayr und Beethoven regelmäßig verkehrten. 1814 wurde er während des Wiener Kongresses Dienstkämmerer bei König Friedrich IV. von Dänemark. Dieser kunstsinnige Fürst erkannte die besonderen Fähigkeiten Dietrichsteins und lenkte die Aufmerksamkeit des Kaisers auf ihn, der ihm 1815 die Erziehung des Herzogs von Reichstadt übertrug. In dieser sehr heiklen Position wurde er allen Anforderungen gerecht und gewann schließlich auch die Zuneigung und Verehrung des herangereiften Prinzen. Diese Tätigkeit dauerte bis 1831.
1819 wurde Dietrichstein Hofmusikgraf. Er reorganisierte die Verwaltung und die Ausbildung der Hofsängerknaben und betätigte sich selbst erfolgreich als Komponist. 1821-26 war er Direktor der kaiserlich königlichen Hoftheater. Trotz großer künstlerischer Bedenken trennte er aus Etatgründen die Oper vom Hofschauspiel und führte das Burgtheater, wie zu Zeiten Josephs II., als selbständige Anstalt. Unter seiner Leitung erlebte das Theater durch Heranziehung hervorragender Kräfte eine – allerdings durch die Zensur beschränkte – Blütezeit. Dietrichstein reorganisierte auch hier die Administration und Organisation und war für eine sparsame Verwaltung berühmt. 1823 führte er ein „Gesetz für die Mitglieder des Hofschauspiels“ ein, das bis zum Ende der Monarchie in Kraft blieb. 1826 übernahm er als Präfekt die Leitung der Wiener Hofbibliothek. Durch einen reichen Briefwechsel mit Gelehrten, Künstlern und gelehrten Anstalten, sowie durch Studienreisen an die Hofbibliotheken in Dresden und München angeregt, brachte er die Wiener Hofbibliothek auf den modernsten Stand. Die Anlegung der weltberühmten Musikaliensammlung, in die er das wertvolle Hofmusikarchiv überführte, und der nicht minder berühmten Wiener Autographensammlung ist sein Werk. Dietrichstein hatte dabei immer mit Geldknappheit zu kämpfen. Sie hinderte ihn auch, 1829 den Nachlaß Beethovens aufzukaufen, was noch heute eine empfindliche Lücke der Musikaliensammlung ist. 1833 erhielt er die Oberleitung des Münz- und Antikenkabinetts. Dietrichstein zog J. C. von Arneth an das Kabinett und unterstützte dessen neuen Aufstellungsplan. Es gelang ihm, die Sammlung durch Tausch und Ankauf entscheidend zu erweitern. 1845 legte er diese Ämter nieder und wurde Oberstkämmerer Kaiser Ferdinands I. Mit diesem Amt war jetzt die Oberleitung des Burgtheaters verbunden, dem er bis 1848 vorstand. Stärker als sein Vorgänger Rudolph Graf Czernin setzte sich Dietrichstein gegen die Zensur durch, doch war er durch sein hohes Alter nicht mehr in der Lage, die Leitung straff in der Hand zu halten, so daß diese Jahre als eine Zeit des künstlerischen Niedergangs des Wiener Burgtheaters gelten. 1848 wurde er von aufständischen Studenten gefangen genommen und trat von seinen Ämtern zurück. 1857 wurde er erblicher Reichsrat. Dietrichstein war Ritter des Goldenen Vließes und Mitglied von 17 ausländischen Akademien.” (Neue Deutsche Biographie – NDB)
75 EUR
J. B. Kirner / Friedrich Hohe : "Spielende Kinder römischer Hirten" (Römische Campagna/Latium). - Kreide-Lithographie, ca. 1850
Johann Baptist Kirner (1806-1866) / Friedrich Hohe (1801-1870) :
“Spielende Kinder römischer Hirten” (Römische Campagna / Latium?)
Kreide-Lithographie auf aufgewalztem China.
Das feine China-Papier ermöglicht die beste Wiedergabe im lithograph. Verfahren.
Fr. Hohe nach J. B. Kirner.
Gedruckt von J. B. Kuhn, um 1850.
Darstellung : 46,5 × 36 cm
Blattgröße (China) : 56 × 42,5 cm
Unterlageblatt : 65 × 50,5 cm
Erhaltungsmängel :
Die Darstellung teils deutlich stockfleckig.
Rückseitig durchwegs stockfleckig.
Ein feines, wenig auffälliges Papierfältchen am oberen Bildrand.
Das Unterlagepapier sehr stark gebräunt, stockfleckig und randrissig.
Die untere rechte Ecke (außerhalb der Darstellung) knittrig und mürbe.
Vita : Hohe: Friedrich H., Maler und Lithograph, geb. 1801 zu Bayreuth, besuchte das Gymnasium daselbst, leistete bei dem in Bayreuth garnisonirenden Regimente zwei Jahre Fouriersdienste und erhielt schließlich von seinem Vater Unterricht in der Malerei; 1820 kam H. nach München, wo er durch Decorations- und Porträtmalen seinen Unterhalt erwarb und im Antikensaale der Akademie zeichnete. Nach einem vorübergehenden Aufenthalte in Erlangen, wo er Zeichnungen nach der Natur zu einer Anatomie und bald darauf wieder in München zu Martius’ Prachtwerke über die Palmen fertigte, lud ihn F. Piloty ein für dessen “Münchener Gallerte” ein Blatt nach Wouwermann zu lithographiren. Damit war sein Weg gebahnt. Andere ähnliche Aufträge kamen, darunter auch die Herstellung des ersten vom Münchener Kunstvereine seinen Mitgliedern gegebenen Nietenblattes (Pferdestall nach Heideck, 1825). Auch machte H. eine halbjährige Reise nach Italien mit Karl Rottmann, übernahm aber dann die Leitung der von Cotta 1828—33 veranstalteten lithographischen Herausgabe der herzogt. Leuchtenberg’schen Gallerie. In der Folge betheiligte sich H. mit einigen Blättern an Hanfstängl’s Herausgabe der Dresdener Gallerie; kehrte aber bald nach München zurück um das den Einzug König Otto’s in Nauplia darstellende Bild (von Peter Heß) meisterhaft auf Stein zu zeichnen (vgl. Nr. 102 Stuttg. Kunstblatt 1836). Dann übernahm er auf eigene Firma eine “Auswahl von Gemälden in München lebender Künstler aller Fächer”, welche gleichsam als Ergänzung und Fortsetzung der sogenannten Galleriewerke betrachtet werden kann. Später trat H. als Maler auf, sowol in Landschaftsskizzen (Partenkirchen vom Zugspitz, Hintersee bei Berchtesgaden, Ansichten vom Starnbergersee. Schwarzbachfall bei Jettenberg, 1848) wie im Thierstück (Hasen im Feld, lithographirt von Rothmüller) und mit Jagdbildern (vieles davon auch als Holzschnitte in “Herrn Petermann’s Jagdbuch, Verlag von Braun und Schneider); auch als Porträtzeichner versuchte er sich mit Erfolg (z.B. Kaiserin Elisabeth von Oesterreich [noch als Herzogin von Baiern], Kniestück, sitzend, 1853 auf Stein gezeichnet), immerhin aber war es doch die Lithographie, welcher H. seinen Namen verdankt: in dieser Kunst leistete er, sowohl was ihren technischen Theil betrifft, als auch in Bezug auf das Eindringen in den Geist des nachzubildenden Originals wie durch geschmackvolle Zeichnung ganz Vorzügliches H. starb am 7. Juni 1870 in München. Zu seinen besten Blättern gehören außer den vorgenannten: “Porträt des Optiker G. v. Reichenbach” (nach Stieler); “Kühe am Wasser” (nach Wagenbauer); “Angriff eines französischen Kuirassierregimets” und “Spanische Guerilla in den Ruinen eines alten Schlosses” (nach Heideck); “Scene aus dem Freischütz”. “Kosaken überfallen einen französischen Vorposten”, “Wallachischer Pferdefang” (1825); “Die Plünderung, “Morgen in Partenkirchen” (1826); “Der Ueberfall” (1827); “Die Osteria”, “Jäger mit dem Schweißhunde”, sämmtlich nach Peter Heß; “Der wandernde Mönch”, nach Weller (1829); G. Metzu: “Die kranke Frau”; Wouwermann: “Rückkehr von der Falkenjagd” und “Landschaft mit ruhenden Landleuten”; Monten: “Schill’s Tod in Stralsund”, “Artillerie-Manövre” (1832) und “Feld-Manövre bei Friedberg” (1838); Granet: “Der Maler Stella im Gesängniß”; W. Lindenschmit: “Schlacht bei Sendling”; Ph. Foltz: “Gemsjäger”; Chr. Ruben: “Karthäuser”; Heinrich Heß: “Abschied des heil. Bonifazius”; Chr. Morgenstern: “Rheinfall bei Schaffhausen”; A. Bayer: “Mönch auf einer Terrasse”: Fr. L. Storch: “Elfentanz”; J. B. Kirner: “Spielende Kinder römischer Hirten”; Th. Horschelt: “Gemsjagd”, 6 Blatt etc. Hohe’s Porträt ist von D. Haiz lithographirt (1844).” (ADB)
155 EUR
Maximilian Emanuel Freiherr von Lerchenfeld (1778-1843) : Porträt. - Lithographie von Hanfstaengl, 1835
Maximilian Emanuel Freiherr von Lerchenfeld (1778-1843) :
Porträt.
Kreide-Lithographie (auf aufgewalztem China)
von Hanfstaengl, 1835
Darstellung : ca. 39 × 30 cm – Blatt : 48 × 38,5 cm
Die Darstellung selbst (im Bereich des China-Papiers) lediglich
etwas angestaubt, sonst in guter Erhaltung.
Der Unterlagekarton rundum stockfleckig und stärker angestaubt.
Die Blattränder mit hinterlegten Einrissen sowie Knickspuren.
Durch ein allfälliges Passepartout würden die Mängel weitestgehend überdeckt.
Vita : “Lerchenfeld: Maximilian Emanuel Freiherr v. L., baierischer Staatsmann, entstammte einer altbaierischen Adelsfamilie und wurde zu Ingolstadt am 16. November 1778 als der Sohn des dortigen Pflegers und Hofkastners Max Joseph Frhrn. v. L. geboren. Er erhielt seine Erziehung im väterlichen Hause, und besuchte das Gymnasium und die Universität in Ingolstadt, die er 1799 absolvirte. Im J. 1802 in die diplomatische Pflanzschule in München eingetreten, verließ er sie bei der geringen Aussicht auf schnelle Beförderung schon im Herbst desselben Jahres und folgte einem Anerbieten des Frhrn. v. Hertling, der als Civilcommissär die baierischen Entschädigungslande in Schwaben in Besitz nahm, ihn dorthin zu begleiten. Im Sommer 1803 trat er als Rath in die Landesdirection der baierischen Provinz in Schwaben, die ihren Sitz in Ulm erhielt. Nach zwei Jahren zum Director der staatsrechtlichen Abtheilung ernannt, wurde ihm die Regelung der Grenzverhältnisse mit Württemberg übertragen, die einen längeren Aufenthalt in Stuttgart im Winter 1807–8 veranlaßte. Die näheren Beziehungen, in die er damals zu Karl August v. Wangenheim trat, sind nicht ohne Einfluß auf seine spätere politische Richtung geblieben. Im Herbst 1808 wurde er, noch nicht 30jährig, Generalcommissär in Ansbach, 1809 in Nürnberg, 1810 in Innsbruck, wo er durch gerechte und wohlwollende Verwaltung die eben unterworfenen Tiroler mit der baierischen Herrschaft zu versöhnen strebte. Manche allzu schroff einschneidende Maßregel der Münchener Regierung hat er gemildert, wobei er in dem Kronprinzen Ludwig, der damals als Gouverneur des Inn- und Salzachkreises abwechselnd in Innsbruck residirte, eine Stütze fand. Jedoch war die Zeit der friedlichen Entwickelung kurz, und das J. 1813 brachte neue Aufstandsversuche, denen jedoch L. mit Muth und Festigkeit entgegentrat. Im Sommer 1814 übernahm er als Hofcommissär die Verwaltung des Großherzogthums Würzburg. Auch hier suchte er die Härten der Angleichung des neuen Gebiets durch Entgegenkommen zu mildern, der Provinz bewährte Einrichtungen zu erhalten. So ordnete er das Würzburgische Staatsschuldenwesen und verhinderte eine Verschmelzung desselben mit dem damals in der größten Verwirrung befindlichen baierischen. Im Februar 1817 trat L. als Finanzminister mit Rechberg, Thürheim und Wrede in das nach Montgelas’ Sturz neugebildete Ministerium, dessen Aufgabe die Ausarbeitung der Verfassung, der Abschluß des Concordats, eine neue Organisation der Verwaltung, die Ordnung der gänzlich zerrütteten Finanzverhältnisse sein sollte. Unter sehr schwierigen Umständen, da die vielen Kriege, die Getreidetheuerung der J. 1816 und 1817 und die darauf folgende gänzliche Entwerthung der landwirthschaftlichen Erzeugnisse einen wahren Nothstand im Lande hervorgebracht hatten, während die fortwährenden Territorialveränderungen die Verwirrung in den Finanzen noch vermehren mußten, legte er den Grund zur Ordnung des [424] Staatshaushalts und besonders des Staatsschuldenwesens. An der Ausarbeitung der im Mai 1818 erlassenen Verfassung hatte er wesentlichen Antheil und wirkte dabei für den Ausbau derselben in liberalem Sinn. Bei den Verhandlungen über das Concordat trat er für die Rechte des Staates ein und erreichte wenigstens, daß es als Anhang des Religionsedicts erklärt, folglich staatsrechtlich diesem und den Bestimmungen der Verfassung untergeordnet wurde. Der Bestand der Verfassung war in den ersten Jahren ihres Bestehens mehrfach gefährdet. Metternich wendete seinen ganzen Einfluß auf, um die süddeutschen repräsentativen Verfassungen wieder zu beseitigen, jedenfalls möglichst zu beschränken, da er durch sie sein conservatives System ebenso bedroht sah, als durch die demagogischen Umtriebe. Im baierischen Ministerium bildeten sich zwei Parteien, von denen die eine zugleich mit der Verfassung auch die Selbstständigkeit des Staates gegen den übermächtigen Einfluß der Großmächte vertheidigte, die andere nur bei Metternich Schutz gegen die Gefahren der Revolution finden zu können glaubte. L. stand mit dem Fürsten Wrede und dem Generaldirector und späteren Minister v. Zentner auf der Seite der Verfassung, Graf Rechberg war der Führer der aristokratisch-klerikalen Partei. Rechberg hatte den Karlsbader Beschlüssen zugestimmt, aber L. setzte es mit Hülfe des Kronprinzen durch, daß die Bundesbeschlüsse vom 20. Sept. 1819 in Baiern nur mit einem Vorbehalt publicirt wurden, der ihre Wirkung größtentheils illusorisch machte. Dem Einfluß der Verfassungsfreunde muß es auch zugeschrieben werden, daß im November 1819 statt Rechberg’s der Generaldirector v. Zentner als Vertreter Baierns nach Wien ging. Auf den Gang der Wiener Ministerconferenzen ist L., der während derselben stets mit Zentner in Verbindung blieb, nicht ohne Einfluß gewesen. Durch die Wiener Schlußacte wurde wenigstens die dringendste Gefahr von den repräsentativen Verfassungen abgewendet. Doch gewannen in den nächsten Jahren die Freunde Metternich’s in München mehr und mehr die Oberhand, da es gelungen war, den König ganz auf diese Seite zu ziehen. Selbst Wrede’s Stellung war gefährdet und L. sah sich seit dem Besuche Metternichs in München im Januar 1823 jedes politischen Einflusses beraubt und auf die Verwaltung seines Departements beschränkt. Nach dem Tode des Königs Max Joseph, October 1825, wurde L., der bis dahin im besonderen Vertrauen des Kronprinzen zu stehen schien, plötzlich aus dem Ministerium entlassen und Graf Armansperg an seiner Stelle berufen. Er wurde zum Bundestagsgesandten in Frankfurt ernannt, wo er bis zum J. 1833 blieb. Im Mai 1833 übernahm er noch einmal das Finanzministerium. Es gelang ihm, das Gesetz über die permanente Civilliste des Königs und die Bewilligung der Gelder für den Bau der Festung Ingolstadt bei den Ständen durchzusetzen. Am 31. December 1834 trat er wieder aus dem Ministerium und ging als Gesandter nach Wien. Das Anerbieten, als Ministerpräsident in griechische Dienste zu treten, schlug er aus, brachte aber für diese Stelle Ignaz v. Rudhart in Vorschlag (1836). Im J. 1842 wurde er auf eigenen Wunsch wieder nach Frankfurt an den Bundestag versetzt. Er starb am 14. October 1843 auf seinem Gute zu Heinersreuth.” (ADB)
125 EUR
Monogrammist : Drei kleine Federzeichnungen (Vignetten), 1889
3 kleine Federzeichnungen auf 2 Blatt.
Beide Blätter monogrammiert (“NS”) und datiert : 1.II.89 bzw. 26.I.89
Die Größe der Darstellungen :
Mädchen (6×8 cm)
Mäuse und Hund (ca. 8×18 cm)
Arrangement auf Tisch (ca. 10×12 cm)
Die Größe der ganzen Blätter :
12 × 26 cm – 28 × 26 cm
Die Abbildungen zeigen die Zeichnungen zur Verdeutlichung wesentlich vergrößert.
Die Abbildung Abb. 2 (das Mädchen auf dem ganzen Blatt dargestellt) gibt in etwa das richtige Größenverhältnis.
55 EUR
Portrait : "A. H. Franke" - Kupferstich von F. Müller, um 1820
Porträt : “A. H. Franke”.
Kupferstich von F. Müller, um 1820.
Darstellung : 19 × 15,2 cm – Blatt : 34,5 × 24,5 cm
Schönes, kräftiges Papier. Die Darstellung in sauberer Erhaltung.
Die breiten, weißen Ränder teils etwas altersfleckig und angestaubt.
45 EUR
Sebastian Habenschaden (1813 - München - 1868) : Kuh und Ziege. - Radierung
Radierung, nicht signiert.
Darstellung (Plattenrand) : 10 × 12,5 cm
Blattgröße : 20,5 x ca. 22 cm
Auf chamois getöntem Velin. Die breiten, weißen Ränder etwas angestaubt,
die Darstellung selbst in sehr schöner, unberührter Erhaltung.
40 EUR
Georg Heinrich Busse (Bennemühlen 1810-1868 Hannover) : Ovindoli in den Abruzzen. - Radierung, ca. 1850
Georg Heinrich Busse (Bennemühlen 1810-1868 Hannover) :
“Ovindoli in den Abruzzen”.
Getönte Radierung, ca. 1850.
(Inhaltsverz.: “Von ihm selbst in Rom radirt”)
Darstellung (ohne Schrift) : 23 × 26 cm – Blatt : 29 × 39 cm
Aus der Folge : J. Veith, Carlsruhe (Hrsg.) : Deutsche Kunstblüthen. Original-Compisitionen Deutscher Maler der Gegenwart. Zum Theil von den Künstlern selbst radirt […]. – Carlsruhe, J. Veith – London, J. Hogarth.
Auf dem vollen Blatt, am Oberrand noch mit Einheftungsspuren.
Außerhalb der Darstellung, im breiten weißen Rand, etwas stockfleckig.
Mit der Verlegeradresse unten links.
Vita : Busse: Georg Heinrich B., Sohn des Amtszimmermeisters H. Busse in Bennemühlen, Amts Bissendorf, geb. 17. Juli 1810, gest. zu Hannover 26. Febr. 1868. Früh verwaist erhielt er auf Betreiben des Pastors Meyer zu Bissendorf den ersten geregelten Zeichenunterricht bei dem Maler und Zeichenlehrer Giesewell in Hannover, ging dann mit einer Unterstützung aus königlicher Casse nach Dresden, wo er bei Prof. Stölzel das Kupferstechen erlernte und 1833 für mehrere landschaftliche Zeichnungen ein Ehrenzeugniß, 1834 den ersten Preis in der Kupferstecherkunst erhielt. Ein auf Verwendung der Dresdener Akademie von der Regierung in Hannover bewilligter. Zuschuß erleichterte ihm 1835 eine Reise nach Italien, die, da er neun Jahre dort verweilte, für seine ganze künstlerische Entwicklung entscheidend wurde. 1844 kehrte er in die Heimath zurück und erhielt dort eine (Sinecure-)Anstellung als Bibliothekkupferstecher, die ihm bis zu seinem Tode jährlich 400 Thlr. eintrug. Verheirathet war er zweimal, zuerst 1849 mit Antonie Eckermann aus Hamburg. die er in Italien kennen gelernt hatte und die ihm nach wenigen Jahren schon durch den Tod wieder entrissen wurde, dann 1858 mit Johanne Selle aus Gittelde, die ihm zwei Kinder geboren hat. Während seiner Lehrzeit in Hannover und Dresden und während des ganzen Aufenthaltes in Rom hatte sich B. nur als Zeichner, Kupferstecher und Radirer gezeigt, bald nach seiner Rückkehr in die Heimath trat er auch als Maler auf und lieferte seit 1849 fast jedes Jahr Oelbilder auf die hannoverschen Kunstausstellungen, die sich bald so sehr auszeichneten, daß schon 1850 seine “Ruinen der Kaiserpaläste zu Rom” von dem damaligen Kronprinzen Georg durch Ankauf für das neugegründete hannoversche Museum erworben wurden. Ein fast vollständiges Verzeichniß seiner Gemälde, Kupferstiche und Radirungen gibt Andresen in dem dritten Bande seiner deutschen Maler-Radirer (Leipzig 1869) S. 230—267. Achtzehn seiner vorzüglichsten Blätter erschienen 1846 zu Hannover in Querfolio, unter dem Titel: “Malerische Radirungen verschiedener Gegenden Italiens von Georg Busse, Hof-Kupferstecher zu Hannover. I. Werk, drei Lieferungen oder 18 Blätter enthaltend.” (ADB 3 (1876), S. 650)
75 EUR
Arthur William Devis (1762-1822) - Anthony Cardon (1772-1813) : "Infantine Amusement", Kupferstich 1804
Arthur William Devis (1762-1822) – Anthony Cardon (1772-1813) :
“Infantine Amusement”
Zwei kleine Kinder mit einem Papagei.
Großer Kupferstich, 1804.
“Painted by A. W. Devis – engraved by Anth(ony) Cardon”.
Mit der Verlegeradresse : “London. Published 1804 by Anth. Cardon, No 31 Clipstone Street, Fitzroy Square”.
Darstellung / Image size : 36 × 45 cm
Blattgröße / Sheet size : 47,5 × 56 cm
Winziges, stecknadelkopfkleines Löchlein in der rechten Backe des Kindes im Vordergrund (aus 20 cm Entfernung mit dem bloßen Auge nicht mehr erkennbar). Die breiten weißen Ränder etwas angestaubt, am Papieroberrand (weit außerhalb der Darstellung) kleine Papierhinterlegung. – Insgesamt sehr ansprechendes Exemplar.
A. Cardon : “(b Brussels, 15 May 1772; d London, 16 April 1813). Flemish engraver and print publisher, active in London. The son of Antoine Alexandre Joseph Cardon (1739-1822), a painter and engraver in Brussels, he was persuaded by the troubled times to go to London in 1792. He entered the Royal Academy Schools on 3 November 1792 and was engaged by Paul Colnaghi to engrave, under the direction of Luigi Schiavonetti, three of the Cries of London after Francis Wheatley in 1794-6. Cardon was an enterprising man, soon establishing himself as an independent publisher. He took advantage of the peace of 1801, in that year engraving and publishing in Paris and London Joseph Boze’s painting of The First Consul and General Berthier at the Battle of Marengo (untraced) jointly with the painter. He was known to Joseph Farington, who noted some of his activities, such as his purchase of two paintings by Philippe Jacques de Loutherbourg for engraving (4 March 1805) and his defeat by Thomas Landseer in a ballot at the Royal Academy for Associate Engravers (10 Feb 1806). He was the joint proprietor of four large plates of the Storming of Seringapatam after Robert Ker Porter with Luigi Schiavonetti and his brother Niccolo Schiavonetti, with whom he frequently worked. In 20 years Cardon produced a great number of plates of historical subjects as well as portraits and was thought to have died as a result of over-application.” (Art Encyclopaedia).
“Arthur William Devis (10 August 1762 – 11 February 1822) was an English painter of history paintings and portraits. He was appointed draughtsman in a voyage projected by the East India Company in 1783, in which he was wrecked on the Pelew Islands before proceeding to Canton and thence to Bengal. He painted portraits and historical subjects, sixty-five of which he exhibited (1779-1821) at the Royal Academy.” (Wikipedia 31.01.10)
95 EUR
Am Schlagbaum - Radierung : Christian Friedrich Traugott Duttenhofer (1778-1846) nach L. Maier
Radierung von Christian Friedrich Traugott Duttenhofer (1778-1846)
nach L. Maier
Darstellung : 9,5 × 14 cm Blatt : 12,5 × 15 cm
Schöner, differenzierter Abzug, in guter Erhaltung.
An drei Seiten der Plattenrand noch knapp erhalten.
“Christian Friedrich Traugott Duttenhofer (* 4. August 1778 in Gronau; † 16. April 1846 in Heilbronn) war ein deutscher Kupferstecher. Er war zu seiner Zeit vor allem bekannt für seine Landschaftsstiche, die er meist nach fremden Vorlagen anfertigte und als Einzelblätter oder Buchillustrationen veröffentlichte. Seine Frau war die Scherenschnittkünstlerin Luise Duttenhofer und sein Sohn der Kupferstecher Anton Duttenhofer …” (Wikip. 5.4.12)
45 EUR
Schloß Knillenberg - Bleistiftzeichnung, signiert
Bleistiftzeichnung mit Weißhöhung.
Blattgröße/Darstellung :
Unten links signiert : L. Gruna
In der Himmelspartie rechts kleine Druckspuren.
45 EUR
Porträt : Wilhelm Herschel (1738 Hannover-1822 Slough bei Windsor). - Kupferstich von Fr. Müller nach Fr. Rehberg, ca. 1820
Portrait : “Wilh. Herschel”
Kupferstich von Fr. Müller nach Friedrich Rehberg, um 1820.
Darstellung : 18,5 × 14,8 cm – Blattgröße : 34,5 x ca. 24 cm
Das Blatt wurde von Stockflecken gereinigt. Schöner, gratiger Abzug auf festem, breitrandigen Papier mit Wasserzeichen.
Vita : “Friedrich Wilhelm Herschel, englisch William Herschel (* 15. November 1738 in Hannover; † 25. August 1822 in Slough), war ein hannoveranisch-britischer Astronom und Musiker. Herschels Vater Isaak war Militärmusiker; der Sohn trat mit 14 Jahren als Oboist der kur-hannoverschen Fußgarde bei. Nach der Besetzung Hannovers 1757 durch französische Truppen entkam er nach England. Dort wirkte er als Musiklehrer, Komponist und Organist. Herschel arbeitete als Musiklehrer in Leeds und danach als Organist in Halifax. 1766 wurde er Musikdirektor in Bath. Durch das Studium der mathematischen Musiktheorie angeregt, befasste er sich mit Mathematik sowie dem Bau und Verkauf astronomischer Instrumente. Mit dem Studium astronomischer Werke wuchs sein Interesse an der Astronomie, die sich für ihn nicht nur auf die Beobachtung von Mond, Planeten und Kometen erstreckte. Vielmehr wollte er die Objekte des Fixsternhimmels studieren und sogar eine vollständige Auflistung aller sichtbaren Sterne und Nebel erstellen. Hierzu waren die um 1770 gängigen Fernrohre und Spiegelteleskope jedoch technisch noch nicht imstande. So begann er, selbst Spiegelteleskope zu bauen, was ihm nach anfänglichen Misserfolgen auch gelang. Von 1766 an fertigte er zahlreiche Teleskope mit ständig wachsendem Durchmesser (und damit größerer Auflösung) an. Bei seinen Beobachtungen wurde Herschel von seinem Bruder Alexander und seiner Schwester Caroline unterstützt. – Schlagartig berühmt wurde Herschel, als er 1781 ein neues Objekt im Sonnensystem entdeckte: den Planeten Uranus. Er wurde zum Mitglied der Royal Society of London gewählt. König George III. sagte ihm eine jährliche Vergütung zu. So konnte er sich völlig seiner Liebhaberei, der Astronomie, zuwenden. Die Herschels siedelten von Bath nach Slough über. Er stellte in der Folgezeit Teleskope nicht nur für den eigenen Gebrauch her, sondern auch zur Aufbesserung seiner Einnahmen. 1788 heiratete er Mary Pitt, die Witwe eines seiner Nachbarn. Sein einziger Sohn, John Frederick William Herschel, wurde 1792 geboren. 1816 wurde er vom Prinzregenten, dem künftigen König Georg IV., zum Ritter geschlagen. 1817 wurde ihm das Ritterkreuz des Guelphen-Ordens verliehen. 1820 wurde er zum ersten Präsidenten der Royal Astronomical Society gewählt, die sein Sohn, der ebenfalls ein bedeutender Astronom war, mit Charles Babbage und anderen gegründet hatte. In Slough lebte und arbeitete er bis zu seinem Tod im Jahr 1822. Herschel wurde in der St. Laurence Kapelle in Upton, Slough, begraben. Auf seinem Grabstein steht der lateinische Satz „Caelorum perrupit claustra“ (Er durchbrach die Grenzen des Himmels). – Der Mondkrater Herschel ist nach ihm benannt.” (Wikip.)
50 EUR
Ernst Fries (1801 Heidelberg-Karlsruhe 1833) : Stift Neuburg (bei Heidelberg)
Blick auf Stift Neuburg, im Vordergrund der Neckar.
Blatt aus der Folge von insgesamt 6 Blättern (Ansichten v. Stift Neuburg)
Kreide-Lithographie auf aufgewalztem China (ganz fein getönt), um 1829/1830
In der Platte unten links monogrammiert (Ligatur) : E/F
Vor aller Schrift. (Erschienen im Verlag L. Meder, Heidelberg).
Darstellung : 14 × 19,5 cm – Blattgröße : 24,2 × 31,2 cm
Die Darstellung in schöner Erhaltung. Die breiten, unbedruckten Blattränder etwas angestaubt u. teils ganz schwach wasserrandig. Oberhalb der linken Ecke der Darstellung (ca. 3 Millimeter außerhalb) ein feines, schwaches Papierfältchen. Die breiten, weißen Papierränder ganz leicht gewellt, die Darstellung nicht betroffen. (Das aufgewalzte China bedingt unterschiedl. Spannungsverhältnisse, daher dürfte die leichte Papierwellung rühren).
Literatur : R. Armin Winkler, Die Frühzeit der deutschen Lithographie. Ktlg. d. Bilddrucke v. 1796-1821. – 231, die ganze Folge Nr. 18-23.
Vita : “Fries ist neben Carl Philipp Fohr und Karl (Carl) Rottmann der bedeutendste Maler der Heidelberger Romantik. Erste Anregungen zum Malerberuf erhielt er wie sein Bruder Bernhard im elterlichen Hause, den ersten Zeichenunterricht bei F. Rottmann. 1815 ging er bei K. Kuntz in Karlsruhe in die Lehre. Es folgte eine 1jährige Unterweisung an der Münchener Akademie und bei Oberbaurat G. Moller in Darmstadt. 1820/21 war Fries wieder in München tätig, 1823 reiste er nach Italien zu längerem Studienaufenthalt in Rom. 1827 kehrte er nach Heidelberg zurück. Nach einem abermaligen Aufenthalt in München (1829/30) ernannte ihn Großherzog Leopold von Baden 1831 zum Hofmaler. Die letzten 2 Jahre verbrachte Fries abwechselnd in Karlsruhe, Heidelberg und Baden-Baden. – Der romantische Zug in der Kunst von Fries trat erst in Italien unter dem Einfluß des heroischen Landschaftsstils Joseph Anton Kochs und Ludwig Richters in Erscheinung. Besonders bildete er jetzt die Staffage als romantischen Stimmungsträger seiner Landschaften aus. In Heidelberg bevorzugte er den Kreis um Rat Schlosser in Stift Neuburg, den Sammelpunkt der romantischen Bewegung. Hier entstand die bekannte Folge der 6 Lithographien des Klosters, die Goethes Billigung fand. Während er vor seiner Italienreise sich auf das Zeichnen mit spitzem Bleistift und gelegentlichen Tuschelavierungen beschränkte, erlernte er in Italien, vermutlich anläßlich eines Besuches bei A. Wallis in Florenz, die Ölmalerei und gleichzeitig eine breitere und skizzenhafte Behandlung mancher Vorwürfe. Fries hat während seines Münchener Aufenthalts bayerische Gebirgslandschaften und Ansichten Salzburgs und des Salzkammerguts geschaffen. In Italien galt sein Interesse besonders der Umgebung Roms: der Campagna, dem Albaner-, Sabiner- und Latinergebirge, – in Süditalien der Bucht von Neapel. Zu seinen reifsten malerischen Leistungen gehören die Wiedergaben der heimatlichen Neckarlandschaften, des Heidelberger Schlosses und der anderen Denkmäler seiner Vaterstadt. Im Kurpfälzischen Museum ist sein Werk am reichhaltigsten vertreten” (NDB)
verkauft
Lorenz (Lorenzo) Quaglio (1793–1869) : "Ein Bauer von Grünwald" (bei München). - Lithographie von Lorenzo Quaglio II, 1819
Bauern mit der Sense mähend, am Gürtel im Kumpf der Wetzstein.
Lithographie von Lorenzo Quaglio II, 1819.
Darstellung : 26 × 21 cm – Blattgröße : 34,5 × 28 cm
Das Blatt in sehr schöner Erhaltung, mit feinem Schmelz. Lediglich die breiten, weißen Blattränder ganz gering angestaubt und mit leichter Randbräunung.
Inkunabel der Lithographie. Referenzliteratur : Winkler 642, 40 – Obb. Archiv, Bd. 108 (WVZ)
Orte in der Umgebung : Pullach im Isartal, Straßlach-Dingharting, Baierbrunn, Neuried, Taufkirchen, Oberhaching, Unterhaching, Gräfelfing, Schäftlarn, Egling, München, Planegg, Krailling, Gauting, Ottobrunn, Hohenbrunn, Icking, Brunnthal, Neubiberg, Sauerlach, Starnberg, Karlsfeld, Putzbrunn, Geretsried. – SW: Tracht, Mäher, Bauern, Bauersleut.
75 EUR
Gustav Sundblad (1835 Augsburg - 1891 München) : Volkstypen. - Kleine Federzeichnung
Gustav Sundblad (1835 Augsburg – 1891 München) : Volkstypen
Kleine Federzeichnung, unten re. signiert : “G. Sundblad”
Darstellung : ca. 8,5 × 9 cm
Das Blatt ist alt auf etw. größeres Trägerpapier am Oberrand aufmontiert.
Rückseitig wird in sieben Zeilen die Unterhaltung der beiden Typen wiedergegeben (offensichtl. vom Künstler selbst verfaßt, in dt. Schrift).
Papier etw. ungleichmäßig beschnitten, obere re Ecke mit Knickspur. Trägerpapier verso mit Papierresten. Die Zeichnung selbst in schöner, unberührter Erhaltung. Typische Vorlage für eine illustr. Zeitschrift.
35 EUR
Porträt : Georg Wolfgang Panzer (1729 Sulzbach/Opf.-1805 Nürnberg). - Kupferstich, 1802
Georg Wolfgang Panzer (1729 Sulzbach/Oberpfalz – 1805 Nürnberg) : Portrait
Kupferstich von Josef Kellner, 1802.
Blattgröße : 10,5 x 13,9 cm
In schöner, nahezu unberührter Erhaltung.
Die rückseitigen Klebestreifen richten keinen Schaden an.
Vita : “… Nach dem Besuch der Stadtschule in Sulzbach und Privatunterricht bei Carl Friedrich Aichinger begann Georg Wolfgang Panzer 1747 an der Universität Altdorf das Studium der Philosophie und Theologie, das er 1749 mit der Dissertation “de falsis conclusione ex attributis divinis” zur Erlangung der philosophischen Magisterwürde abschloss.Von 1751 bis 1760 übte er das Pfarramt aus in Etzelwang, einem Dorf bei Nürnberg. Am 29. August 1760 wurde er zum Diakon bestellt an der Hauptpfarrkirche zu St. Sebald in Nürnberg; zwölf Jahre später, am 2. April 1772, übernahm er das Seniorat seines Kapitels und wurde im darauf folgenden Jahr zum Hauptpastor der Kirche ernannt. Im Folgenden bekleidete er auch das Amt eines Aufsehers, das heißt Leiters, der Nürnberger Stadtbibliothek. – Als Hauptpastor von St. Sebald führte Panzer kirchliche Neuerungen ein, u.a. schaffte er überflüssige Gottesdienste ab, führte die allgemeine Beichte ein und reformierte das Gesangbuch. Er war Mitglied in mehreren Gesellschaften: der Altdorfer und Leipziger Gesellschaft, der Nürnbergischen Gesellschaft zur Beförderung vaterländischer Industrie und des Pegnesischen Blumenordens, dessen Vorsteher er 1789 wurde. 1802 konnte er sein 50jähriges Amtsjubiläum und seine Goldene Hochzeit feiern; am 9. Juli 1805 starb Georg Wolfgang Panzer an den Folgen eines Schlaganfalls. Seine Frau war Rosine Helene Jantke, 1806 verstorben, die Tochter des Altdorfer Medizinprofessors Johann Jakob Jantke (1687–1768). Der Ehe entstammen zwei bekannte Söhne: Der Theologe Johann Friedrich Heinrich Panzer sowie der Botaniker Georg Wolfang Franz Panzer.Literarische Tätigkeit. Seit seiner Zeit auf dem Lande in Etzelwang hatte Panzer seine Studien vorangetrieben und seine literarische Tätigkeit kontinuierlich bis zu seinem Tode fortgesetzt. Neben Aufsätzen in Zeitschriften veröffentlichte er 45 selbständige Werke, darunter lateinische Gelegenheitsschriften, eine Reihe von Übersetzungen aus dem Englischen und Französischen, zum Teil auch geographischen Inhalts, theologische Schriften und eine Studie zu Ulrich von Hutten. Sein Hauptwerk indes wurde seine vielbändige Bibliographie, die für die Buchwissenschaft bis ins 20. Jahrhundert hinein zum Grundlagenwerk wurde. Für diese Tätigkeiten wurde Georg Wolfgang Panzer am 20. Juni 1799 von der philosophischen Fakultät der Universität Altdorf anlässlich seiner fünfzigjährigen Magisterwürde mit dem Diplom eines Doktors der Theologie geehrt. – Panzers umfangreiches bibliographisches Werk erfasst drei Gebiete: die ältesten Bibelausgaben, die ältere deutsche Literatur seit Erfindung der Buchdruckerkunst und die gesamte Literatur bis 1536. Darüber hinaus verfasste er eine Geschichte der Buchdrucker Nürnbergs und einen dreibändigen lateinischen Katalog der Bibliothek des Gottfried Thomasius, eines Nürnberger Arztes, mit 27 251 Nummern. Als Aufseher der Nürnberger Stadtbibliothek hatte Panzer begonnen, deren Bibeln zu verzeichnen: “Litterarische Nachricht von den allerältesten gedruckten deutschen Bibeln aus dem 15. Jahrhundert, welche in der öffentlichen Bibliothek der Reichsstadt Nürnberg aufbewahrt werden”, erschienen 1777; 1778 folgte die “Geschichte der Nürnbergischen Ausgaben der Bibeln von Erfindung der Buchdruckerkunst bis auf unsere Zeiten”. Davon ausgehend erfasste Panzer dann die Bibeldrucke und deren Übersetzungen auch über Nürnberg hinaus: “Ausführliche Beschreibung der ältesten Augsburgischen Ausgaben der Bibel, mit litterarischen Anmerkungen” (Nürnberg, 1780), “Versuch einer kurzen Geschichte der römisch-katholischen deutschen Bibelübersetzung” (Nürnberg, 1781) sowie den “Entwurf einer vollständigen Geschichte der deutschen Bibelübersetzung Dr. Martin Luthers vom Jahre 1517 – 1581” , ebenfalls 1781 in Nürnberg erschienen und 1791 durch eine zweite vermehrte Ausgabe ergänzt.Panzer lieferte zudem die erste umfangreiche Erfassung der Inkunabeln und Frühdrucke. In zwei Bänden erschienen zunächst 1788 (und erneut 1805) die “Annalen der älteren deutschen Litteratur oder Anzeige und Beschreibung derjenigen Bücher, welche von Erfindung der Buchdruckerkunst bis 1526 in deutscher Sprache gedruckt worden sind”; die zwischen 1793 und 1803 herausgegebenen “Annales typographici ab artis inventae origine usque ad annum MDXXXVI” erfassten nunmehr in insgesamt elf Bänden auch die Ausgaben in lateinischer Sprache. Diese Annales wurden zur Grundlage der Inkunabelforschung im 19. Jahrhundert und inspirierten unter anderem die seinerzeit moderne systematische Aufstellung 1826/38 von Ludwig Hain, die wiederum den von Konrad Haebler initiierten und seit 1925 fortlaufend gedruckten Gesamtkatalogs der Wiegendrucke ermöglichte, dessen Redaktion, und seit einiger Zeit auch Online-Stellung, heute von der Staatsbibliothek zu Berlin wahrgenommen wird” (Wikipedia 7.8.11)
65 EUR
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