Graphik 19. Jahrhundert

Anton Balzer (1771-1807)

Landschaft im Mondschein

Aquarell über Federzeichnung auf Papier,
unten links bezeichnet/signiert :
“Gezeichnet nach der Natur von Anton Balzer”

Wir weisen daraufhin, dass es sich nicht um eine kolorierte Umrißradierung handelt, wie es in der Abb. möglicherweise den Anschein haben mag, sondern um ein Aquarell über Feder.

Blattgröße : 33,5 × 43 cm

Das Blatt zeigt sehr starke Alterspuren : Wasserfleckig v.a. in der Himmelspartie, partielle, oberflächliche Bereibungen, mehrere hinterlegte Randeinrisse (davon einer an der Oberseite 7 cm in die Darstellung reichend). Einige geglättete Knickspuren v.a. an der rechten oberen Ecke. Am linken Bildrand 2 hinterlegte dünne Papierstellen. – Trotz der erheblichen Mängel ein vollgültiges, charmantes Blatt.

Vita : “Anton (Antonín Karel), auch Zeichner, Verleger, get. 18.8.1771 Lysá nad Labem (nicht Prag), †19.12.1807 Prag …. ABK Wien, Graph. Inst., bei Jakob Schmutzer; 1788/89 KA Dresden bei C.G. Schulze und J. Chr. Klengel (lt.Scheyer auch bei Zingg ebd.). Von Anfang an interessierte sich B. für Landschaftsstiche (bereits 1788 Landschaftszeichnungen und Vorlagen für Stiche des Vaters). In Dresden machte er sich u.a. mit Kompositionsprinzipien von Landschaften, Veduten und der Technik von farbger Radierung und Aquatinta bekannt. Er bereiste (teils mit 6) Böhmen, die Alpenländer, Tirol und N-Italien (bes. Venedig). Um 1790 entstanden stimmungsvoll-maler. Ansichten von Karlstejn und St.Ivan; 1792/93 u.a. Ansichten vom Riesengebirge in der Manier engl. Farbstiche (Das Riesengebirge nebst einigen Gegenden von Adersbach…, Prag 1794, 24 Bll., Folioformat). Den detailtreuen Ansichten von Böhm. Sternberg, Karlsbad, Tetschen und Prag sowie Landschaftsvorlagen (hrsg. 1800) folgten 1802-04 z.T. idyll. aufgefaßte Motive von seinen Reisen (Eine Sammlung malerischer Gegenden von Oberrösterreich, Salzburg, Berchtesgaden, Tirol und einem Theile des venetianischen Gebietes, 1804). Daneben auch Stiche nach Vorlagen aus den Prager Gal. (u.a. nach A.Everdingen, J.Ruysdael, P.Brandl, Aug. Querfurt; zahlr. Tierstudien nach J.H. Roos und J.Chr. Klengel) sowie Portr. (ersch. in: F.M. Pelzel, Abb. böhm. und mähr. Gelehrten und Künstler, I-IV, Prag 1773-82). Sein Oeuvre umfaßt ca. 250 Stiche. – B.s Bedeutung besteht v.a. in der Einführung und Verbreitung der Aquatinta-Technik in Böhmen, die Herzinger an der Prager ABK einführte. Char. ist die Differenzierung versch. Vegetationsarten (Punkte bzw. Striche), womit er eine Prager Tradition gründete und Einfluß auf jüngere Künstlergenerationen ausübte (u.a. auf Antonín Mánes). Als erster Vertreter des Naturkultes im Sinne von Rousseau in Böhmen wurde B. zum Vorläufer der böhm. Romantik. – B. war auch als Verleger von klein- und großformatigen Kpst. tätig; bereits 1795 als “Kunsthändler” erwähnt, besaß er A. des 18.Jh. zus. mit 6 ein Geschäft in Starý Ungelt. – WERKE LOS ANGELES Mus. of Art. MLADÁ BOLESLAV, Burg, Kreis-Mus. NÜRNBERG, German. Nat.-Mus. PRAG, Nat.-Gal. – Nat.-Mus. – Kunstgew.-Mus. – Strahov, Bibl. ROUDNICE NAD LABEM, Gal., ehem. Slg. Lobkowitz. SALZBURG, Mus. Carolino Augusteum, Graph. Slg. – AUSSTELLUNGEN E: 1968 Prag, Nat.-Gal.: Jan und Antonín B., Graphik (Kat.). – G: 1963 Coburg: Sächs. und thüring. Landschaften um 1800 aus dem Kpst.-Kab. der Veste Coburg (Kat.). – Addenda – WERKE REGENSBURG, Ost-dt. Gal., Slg Haselbach. – BIBLIOGRAPHIE Zeit-Reisen. Hist. Schlesien-Ansichten aus der Graphik-Slg Haselbach (K Wander-Ausst.), Marburg 2007.” (Saur, AKL VI, 1992, 539)





Arthur William Devis (1762-1822) - Anthony Cardon (1772-1813) : "Infantine Amusement"

“Infantine Amusement”

Zwei kleine Kinder mit einem Papagei.

Großer Kupferstich, 1804.
“Painted by A. W. Devis – engraved by Anth(ony) Cardon”.

Mit der Verlegeradresse : “London. Published 1804 by Anth. Cardon, No 31 Clipstone Street, Fitzroy Square”.

Darstellung / Image size : 36 × 45 cm – Blattgröße / Sheet size : 47,5 × 56 cm

Winziges, stecknadelkopfkleines Löchlein in der rechten Backe des Kindes im Vordergrund (aus 20 cm Entfernung mit dem bloßen Auge nicht mehr erkennbar). Die breiten weißen Ränder etwas angestaubt, am Papieroberrand (weit außerhalb der Darstellung) kleine Papierhinterlegung. – Insgesamt sehr ansprechendes Exemplar.

A. Cardon : “(b Brussels, 15 May 1772; d London, 16 April 1813). Flemish engraver and print publisher, active in London. The son of Antoine Alexandre Joseph Cardon (1739-1822), a painter and engraver in Brussels, he was persuaded by the troubled times to go to London in 1792. He entered the Royal Academy Schools on 3 November 1792 and was engaged by Paul Colnaghi to engrave, under the direction of Luigi Schiavonetti, three of the Cries of London after Francis Wheatley in 1794-6. Cardon was an enterprising man, soon establishing himself as an independent publisher. He took advantage of the peace of 1801, in that year engraving and publishing in Paris and London Joseph Boze’s painting of The First Consul and General Berthier at the Battle of Marengo (untraced) jointly with the painter. He was known to Joseph Farington, who noted some of his activities, such as his purchase of two paintings by Philippe Jacques de Loutherbourg for engraving (4 March 1805) and his defeat by Thomas Landseer in a ballot at the Royal Academy for Associate Engravers (10 Feb 1806). He was the joint proprietor of four large plates of the Storming of Seringapatam after Robert Ker Porter with Luigi Schiavonetti and his brother Niccolo Schiavonetti, with whom he frequently worked. In 20 years Cardon produced a great number of plates of historical subjects as well as portraits and was thought to have died as a result of over-application.” (Art Encyclopaedia).

“Arthur William Devis (10 August 1762 – 11 February 1822) was an English painter of history paintings and portraits. He was appointed draughtsman in a voyage projected by the East India Company in 1783, in which he was wrecked on the Pelew Islands before proceeding to Canton and thence to Bengal. He painted portraits and historical subjects, sixty-five of which he exhibited (1779-1821) at the Royal Academy.” (Wikipedia 31.01.10)

165 EUR





Friedrich Gottlieb Endler (1763 - ca. 1830)

“Buchwald” (Riesengebirge)

Altaquarellierte Umrißradierung, um 1800.
Unten rechts in der Platte gestochen “F. G. Endler fecit”.

Darstellung : 13,5 × 20 cm. – Blattgröße : 24,5 × 34 cm.

Sehr feine Radierung auf Bütten in zartem,
zeitgenössischen Kolorit. Breitrandig u. schön erhalten.

Wohl aus der Folge :
“Abbildungen Schlesischer und Glätzischer Gegenden nebst einer kurzen Beschreibung derselben”, ab 1798 erschienen in der Grassischen Buchdruckerei in Breslau.

(SW: Schlesien, Hirschberg, Hirschberger Tal)

175 EUR






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