Landschaft im Mondschein
Aquarell über Federzeichnung auf Papier,
unten links bezeichnet/signiert :
“Gezeichnet nach der Natur von Anton Balzer”
Wir weisen daraufhin, dass es sich nicht um eine kolorierte Umrißradierung handelt, wie es in der Abb. möglicherweise den Anschein haben mag, sondern um ein Aquarell über Feder.
Blattgröße : 33,5 × 43 cm
Das Blatt zeigt sehr starke Alterspuren : Wasserfleckig v.a. in der Himmelspartie, partielle, oberflächliche Bereibungen, mehrere hinterlegte Randeinrisse (davon einer an der Oberseite 7 cm in die Darstellung reichend). Einige geglättete Knickspuren v.a. an der rechten oberen Ecke. Am linken Bildrand 2 hinterlegte dünne Papierstellen. – Trotz der erheblichen Mängel ein vollgültiges, charmantes Blatt.
Vita : “Anton (Antonín Karel), auch Zeichner, Verleger, get. 18.8.1771 Lysá nad Labem (nicht Prag), †19.12.1807 Prag …. ABK Wien, Graph. Inst., bei Jakob Schmutzer; 1788/89 KA Dresden bei C.G. Schulze und J. Chr. Klengel (lt.Scheyer auch bei Zingg ebd.). Von Anfang an interessierte sich B. für Landschaftsstiche (bereits 1788 Landschaftszeichnungen und Vorlagen für Stiche des Vaters). In Dresden machte er sich u.a. mit Kompositionsprinzipien von Landschaften, Veduten und der Technik von farbger Radierung und Aquatinta bekannt. Er bereiste (teils mit 6) Böhmen, die Alpenländer, Tirol und N-Italien (bes. Venedig). Um 1790 entstanden stimmungsvoll-maler. Ansichten von Karlstejn und St.Ivan; 1792/93 u.a. Ansichten vom Riesengebirge in der Manier engl. Farbstiche (Das Riesengebirge nebst einigen Gegenden von Adersbach…, Prag 1794, 24 Bll., Folioformat). Den detailtreuen Ansichten von Böhm. Sternberg, Karlsbad, Tetschen und Prag sowie Landschaftsvorlagen (hrsg. 1800) folgten 1802-04 z.T. idyll. aufgefaßte Motive von seinen Reisen (Eine Sammlung malerischer Gegenden von Oberrösterreich, Salzburg, Berchtesgaden, Tirol und einem Theile des venetianischen Gebietes, 1804). Daneben auch Stiche nach Vorlagen aus den Prager Gal. (u.a. nach A.Everdingen, J.Ruysdael, P.Brandl, Aug. Querfurt; zahlr. Tierstudien nach J.H. Roos und J.Chr. Klengel) sowie Portr. (ersch. in: F.M. Pelzel, Abb. böhm. und mähr. Gelehrten und Künstler, I-IV, Prag 1773-82). Sein Oeuvre umfaßt ca. 250 Stiche. – B.s Bedeutung besteht v.a. in der Einführung und Verbreitung der Aquatinta-Technik in Böhmen, die Herzinger an der Prager ABK einführte. Char. ist die Differenzierung versch. Vegetationsarten (Punkte bzw. Striche), womit er eine Prager Tradition gründete und Einfluß auf jüngere Künstlergenerationen ausübte (u.a. auf Antonín Mánes). Als erster Vertreter des Naturkultes im Sinne von Rousseau in Böhmen wurde B. zum Vorläufer der böhm. Romantik. – B. war auch als Verleger von klein- und großformatigen Kpst. tätig; bereits 1795 als “Kunsthändler” erwähnt, besaß er A. des 18.Jh. zus. mit 6 ein Geschäft in Starý Ungelt. – WERKE LOS ANGELES Mus. of Art. MLADÁ BOLESLAV, Burg, Kreis-Mus. NÜRNBERG, German. Nat.-Mus. PRAG, Nat.-Gal. – Nat.-Mus. – Kunstgew.-Mus. – Strahov, Bibl. ROUDNICE NAD LABEM, Gal., ehem. Slg. Lobkowitz. SALZBURG, Mus. Carolino Augusteum, Graph. Slg. – AUSSTELLUNGEN E: 1968 Prag, Nat.-Gal.: Jan und Antonín B., Graphik (Kat.). – G: 1963 Coburg: Sächs. und thüring. Landschaften um 1800 aus dem Kpst.-Kab. der Veste Coburg (Kat.). – Addenda – WERKE REGENSBURG, Ost-dt. Gal., Slg Haselbach. – BIBLIOGRAPHIE Zeit-Reisen. Hist. Schlesien-Ansichten aus der Graphik-Slg Haselbach (K Wander-Ausst.), Marburg 2007.” (Saur, AKL VI, 1992, 539)