Umberto Brunelleschi (1879-1948) : "Toilette au goût Vénitien"

Umberto Brunelleschi (1879-1948) :

“Toilette au goût Vénitien”

Bekleidung im venezianischen Stil

Pochoir-Kolorit, 1913.
Nach einem Entwurf von Umberto Brunelleschi (1879-1948).

Aus : “Journal des Dames et des Modes” – “Costumes Parisiens”
Paris 1913, Blatt Nr. 122.

Darstellung : 15,5 × 9 cm
Blattg : 22 × 14 cm

Das bedeutende Mode-Journal erschien von 1912-1914.

In sehr schöner Erhaltung. In der Abb. erscheint das Papier etwas getönt – “in natura” aber hellweiß, lediglich der alleräußerste untere Blattrand mit kaum vermerklichem Lichträndchen. Das Blatt lag unter Passepartout, war aber nicht gerahmt, deshalb auch keine Papierbräunung etc., nur rückseitig/oben zwei schwache/kleine Reste alter Passepartoutmontagestreifen.

Papier mit Wasserzeichen : “JOURNAL DES DAMES

Mode, Modestiche, Jugendstil, Art Nouveau, La Belle Epoque

85 EUR





Monogrammist : T. S.: Alte Mühle. - Aquarell, 1805

Monogrammist : T. S.

Alte Mühle

Aquarell auf Bütten,
unten rechts monogrammiert und datiert : T.S. 1805.

Darstellung/Blattmaß : 16,5 × 23 cm.

Erhaltung : Die äußerste obere/rechte Ecken angesetzt (farbl. etwas abweichend. Die Himmelspartie deutlich altfleckig und etwas berieben. Der getuschte Blattrand mit kleineren Läsuren.

Das Blatt liegt unter einem Schrägschnittpassepartout, die Montage professionell mit säurefreien Fälzchen.

Zu den Abb. : Der Himmel erscheint auf den Scans zu dunkel-blau, ein helles Himmelblau entspräche mehr dem Augenschein. Auch ist die Gesamtstimmung des Blattes in natura ist freundlicher, weniger düster als es auf den Abbildungen erscheinen mag.

65 EUR





Clemens M. Erlenbach (1945 Schlangenbad/Taunus) : [Brighton Palace Pier]. - Farbgraphik, 1980

Clemens M. Erlenbach (1945 Schlangenbad/Taunus) :

[Brighton Palace Pier]

Unten rechts mit Bleistift signiert und datiert : (19)80,
unten links Auflagenbezeichnung : Nr. 190 von insgesamt 200 Exemplaren

Darstellung : 29 × 40 cm
Blattmaß : 50 × 60 cm

Die Darstellung in unberührt frischer Erhaltung;
lediglich am überbreiten weißen Rand oben zwei kleine Beschabungen,
ebenfalls am oberen Blattrand eine Andeutung eines Papierfältchens (jeweils ca. 5 cm außerhalb des ob. Darstellungsrandes).

Von einem allfälligen Passepartout wären diese Mängel überdeckt.

75 EUR





Max Klinger (1857 Leipzig-1920 Großjena) : "Pyramus und Thisbe I". - Blatt IIa aus Opus II, "Rettungen ovidischer Opfer, wohl VI. Aufl., 1922

Max Klinger (*1857 Leipzig-1920 Großjena)

“Pyramus und Thisbe I”

Blatt IIa aus Opus II :
“Rettungen ovidischer Opfer”

Wohl VI. Ausgabe,
Berlin, bei Amsler und Ruthart, 1922.

Radierung und Aquatinta,
in der Platte unten re. bez. “Max Klinger”,
oben links/rechts : “OP II” – “II a”

Platte : 21 × 30 cm
Blatt : 56 × 40 cm (vollrandig erhalten)

Die Darstellung in sehr schöner Erhaltung.
In den sehr breiten weißen Blatträndern minimale schwache Stockflecken.

Das originale, schlichte Passepartout sowie das beigegebene Seidenhemdchen stockfleckig

155 EUR





[Anonymus] : am Ufer. - Aquarell. 1. Hälfte 20. Jh.

[Anonymus] :

Am Ufer des Sees

Aquarell,
ohne jede Bezeichnung.

1. Hälfte 20. Jahrhundert.

Alt auf Unterlagekarton aufgezogen.
Darstellung und Unterlage etwas gebräunt.
Am oberen äußersten/linken Rand minimale Schabspur.

Insgesamt hübsches kleines Bild.

Erinnert ein wenig an die kleinen Aquarelle von Fritz Haid.

25 EUR





Detlef Willand (*1935) : Via Roma. - Holzschnitt, um 1975

Detlef Willand (*1935) :

Via Roma.

Holzschnitt in Rot,
auf Werkdruckpapier, um 1975.

Unten mittig handsigniert (Gelegenheitssignatur).
Wohl außerhalb einer Auflage.

Blattgröße : 61 × 43 cm.

Erhaltung : Minimale Handhabungsspuren (schwache Fingerknicke),
wie sie bei der vorliegenden Papierart beinahe unvermeidlich sind.
Sonst in schöner/frischer Erhaltung. Immer in Mappen aufbewahrt.

So nicht im Werkverzeichnis;
dort lediglich ein Blatt (Nr. 1975/7), das diesen Schnitt als Hälfte eines größeren Blattes zeigt (mit 2 Wanderern), jenes wird mit einer Auflage von 30 Exemplaren angeführt (s. Abbildung 3).

55 EUR





Paula Wimmer (1876 Solln/München - 1971 Dachau) : Pferde - SPÄTABZUG von der Orig.-Platte (1960er Jahre), von Paula Wimmer eigenhändig signiert

Paula Wimmer (Solln/München – 1971 Dachau)

[Pferde vor dem Schloß]

Radierung, Abzug 1960er Jahre,
auf chamoisfarbenem Maschinenbütten,
am unteren Plattenrand signiert : P. Wim(m)er.

SPÄTABZUG
von der Orig.-Platte aus den 1960-er Jahren,
von Paula Wimmer (im Alter) signiert;
typisch der dicke Bleistift und die Merkmale einer älteren Hand.

Darstellung/Plattenrand : 16,7 × 23,5 cm
Blatt : 26,5 × 34 cm

In sehr schöner, breitrandiger Erhaltung.

Vorliegendes Blatt läßt die frühe Schule bei Max Feldbauer noch erkennen.

Unterstützung fand sie auf ihrem Weg in die Moderne (d.h. Expressionismus) u.a. durch Paul Westheim, Paul Cassirer u. Fritz Gurlitt.

Das Gros der Graphiken (Paula Wimmers) scheint … im Zeitraum von 1910 bis 1930 anzusiedeln sein, die nochmals in den sechziger Jahren von Paula Wimmer in Gedenkmappen für Alfred Kubin, Paul Westheim, Paul Cassirer und Marie Janssen zusammengefaßt wurden.” (vgl. Elisabeth Boser u.a.: Paula Wimmer 1876-1971. “Ich spielte mit Farben Theater”. – Eine Ausstellung des Zweckverbandes Dachauer Galerien und Museen 24. November 1994 bis 25. Januar 1995, S. 21, ein Beitrag von Birgitta Unger-Richter). – Zu den versch. Gedenkmappen, s. S. 63.

65 EUR





Georges Braque (1882-1963) : MARINE - Farblithographie nach Georges Braque, 1952

Georges Braque (1882-1963) :

MARINE

Farblithographie nach Georges Braque, 1952.
Im Stein bezeichnet – nicht handsigniert, nicht nummeriert.

Die Übertragung auf den Stein führte Georges Braque nicht selbst aus,
dies wurde von den Druckern bei Mourlot Frères (Paris) besorgt.

Als graphische Beilage erschienen in der Pariser Kunst-Zeitschrift :

“Derriere le Miroir” (DLM). Paris, Aimé Maight Éditeur, 1952,
gedruckt bei Mourlot. Auflage der Ausgabe : ca. 2000 unsignierte Exemplare.

Darstellung : 27 × 35 cm
Blatt : 36 × 46 cm

Das Doppelblatt mittig mit einem originalen vertikalen Bug,
dieser ist deutlich sichtbar. Kein eigentlicher Mangel, sondern ein Echtheitsmerkmal.
Rückseitig typograph. bedruckt.

Der extrem breite weiße/unbedruckte Blattrand am linken Rand mit
dünner Drucklinie und kleiner Verfärbung offensichtl. schon beim Druck passiert).
Ein allfällliges Passepartout würde diesen kleinen Mangel ohnehin überdecken.

Zu der in der Zeitschrift gedruckten Auflage erschienen noch 200 nummerierte u. handsignierte Exemplare auf besserem Papier.
Ein soches Expl. liegt uns hier nicht vor.

65 EUR





Carl Kessler (1876 Coburg – 1968 München) : Blick auf den Tegernsee. - Aquarell, signiert

Carl Kessler (1876 Coburg – 1968 München) :

“Blick auf den Tegernsee”

Aquarell, unten rechts signiert
sowie rückseitig betitelt.

Um 1925-1930.

Darstellung/Blatt : 35 × 49,8 cm.

Das Aquarell auf starken Unterlagekarton alt/gekonnt aufgezogen (offensichtl. vom Künstler selbst).

Die Signatur sitzt etwas knapp am rechten Außenrand.
Insgesamt in schöner Erhaltung.

165 EUR





Helmut Diller (1911 - 1984) : Jaguar (Panthera onca). - Farboffset, 1880, numm./signiert

Helmut Diller (1911 – 1984) :

Jaguar (Panthera onca)

Farboffset auf glattem Karton, 1980,
handschriftlich nummeriert (Nr. 50 von 450 Expl.) und signiert.

Innerhalb der Darstellung (unten links) bezeichnet :
Hellmut Diller / C(opyright) München 1980.

Darstellung : 41 × 51
Blattmaß : 60 × 70 cm

Die Darstellung in schöner, frischer Erhaltung.
Darstellungsrand des sehr breitrandigen Blattes etwas lichtschattig.

Sohn des Bildhauers Fritz Diller, studierte an der Akademie der Bildenden Künste in München, v.a. Tiermaler.

Color offset, numbered (50 of 450 copies), signed with pencil. Slight light shade around the image.

48 EUR





Helmut Diller (1911 - 1984) : Sibirischer Tiger (Panthera tigris altaica). - Farboffset, 1980. - Nummeriert/signiert

Helmut Diller (1911 – 1984) :

Sibirischer Tiger (Panthera tigris altaica)

Farboffset auf glattem Karton, 1980,
handschriftlich nummeriert (Nr. 50 von 450 Expl.) und signiert.

Innerhalb der Darstellung (unten rechts) bezeichnet :
Hellmut Diller / C(opyright) München 1980.

Darstellung : 38 × 51 cm
Blattmaß : 60 × 70 cm

Die Darstellung in schöner, frischer Erhaltung.
Darstellungsrand des sehr breitrandigen Blattes etwas lichtschattig.
An den oberen und unteren Blattränder minimal wellig.

Sohn des Bildhauers Fritz Diller, studierte an der Akademie der Bildenden Künste
in München, v.a. Tiermaler.

Color offset, numbered (50 of 450 copies), signed with pencil. Slight light shade around the image, Sheet slightly wavy to the outer broad margins.

48 EUR





Carl Kessler (1876 Coburg - 1968 München) : Kapelle im Sertigtal bei Arosa. - Farblithographie, um 1920-1925

Carl Kessler (1876 Coburg – 1968 München) :

Kapelle im Sertigtal bei Arosa

Im Vordergrund Skispuren im unberührten, frischen Schnee.

Die topographische Bestimmung ergibt sich anhand eines ortsbezeichneten Kessler-Aquarells. Aus dem Nachlaß von Carl Kessler.

Farblithographie, um 1920-1925.

Ohne Signatur, auch keine Bezeichnung in der Platte, evtl. ein Probe- bzw. Zustandsdruck.

Darstellung : 30 × 41 cm
Blatt : 34 × 46 cm (an den Blatträndern jeweils Passerkreuze).

Die Darstellung minimal altfleckig, besonders vorne rechts, dort auch kleine Schabspuren und eine mäßige Papierausdünnung. Die Blattränder etwas deutlicher altfleckig, mit Knickspuren und einer Kantenläsur oben.
.

90 EUR





A. Ziegler (Attr.) : Rosen (Bouquet). - Aquarell/Gouache. - Um 1900

Zuschreibung : A. Ziegler

Blumen : Rosen (kleines Bouquet)

In der Mitte Schleife (evtl. Schriftreserve)

Aquarell/Gouache auf leichtem Karton, um 1900.

Bei vorliegendem kleinen Kunstwerk
könnte es sich um die Vorlage für eine Postkarte o.ä. handeln.

Darstellung : ca. 7 × 6 cm
Blatt : 18,5 × 14,5

Schöne, farbfrische Erhaltung der Darstellung.

Die breiten Blattränder insgesamt etwas angestaubt,
die Gesamtabbildung zeigt dies besser als die Detailabb.

Ober- und unterhalb der Darstellung zwei kleine Reißnageleinstiche,
die mit der Verwendung/Weiterverarbeitung in Zusammenhang stehen dürften.

Das Bild wurde von uns in einem Konvolut mit gleichartigen kleinen Arbeiten erworben, davon ist ein Blatt rückseitig mit “A. Ziegler” bezeichnet, die Mehrzahl der übrigen Arbeiten ist ohne jeden Hinweis.

48 EUR





Max Klinger (*1857 Leipzig-1920 Großjena) : "Simplici Schreibstunde". - Radierung/Aquatinta, aus : Intermezzi (Rad. Op. IV), ca. 1881

Max Klinger (*1857 Leipzig-1920 Großjena) :

“Simplici Schreibstunde”

Radierung mit Aquatinta, ca. 1881.
Auf kräftiges Kupferdruckpapier aufgewalztes China.

Innerhalb der Platte bezeichnet : Max Klinger – VII.
Blatt VII aus der Folge : Intermezzi. Rad. Op. IV. – 12 Compositionen.

Theo. Stroefer’s Kunstverlag in München, o.J.

Darstellung (Plattenrand) : 33,5 × 27 cm.
Blatt : 44,5 × 61,2 cm.

Erhaltung :

Die Darstellung in sehr schöner Erhaltung. – Die breiten/unbeschnittenen Blattränder über und über stockfleckig, ebenso die Blattrückseite (jedoch kaum im Bereich der Darstellung). Am Blattunterrand mäßige Handhabungsspuren

Beigegeben das Orig.-Passepartout aus der Mappe in guter Erhaltung, das doppelseit. Seidenhemden minmal stockfleckig und teils leicht knittrig.

95 EUR





[Anonymus] : Zweig der Stechpalme (Ilex). - Aquarell, um 1900

[Anonymus] :

Stechpalme (Ilex)

Aquarell auf leichtem Karton, um 1900.
Ohne jede Bezeichnung.

Blattmaß : 19 × 13 cm.
Die vier Reißnagelspuren in den Ecken zeigen an, dass
das Blatt nicht beschnitten wurde.

Schöne, farbfrische Erhaltung der Darstellung selbst,
Rückseitig Reste von Seidenpapier am linken Rand.

Stechpalme (Ilex), auch Hülsdorn, Stechhülsen, Winterbeeren, Christdorn, Schradler, Familie d. Stechpalmengewächse (Aquifoliaceae).

48 EUR





[Anonymus] : Albert Pettenkofer (Portrait). - Lithographie, ca. 1850

[Anonymus] :

Portrait : “Dr. Albert Pettenkofer”

Lithographie, wohl um 1850.
Bezeichnet : Dr. Albert Pettenkofer / (gest. 15. Sept. 1842)

Darstellung (ohne Schrift) : ca. 16 × 16 cm
Blattmaß : 28 × 19 cm

Erhaltungseinschränkung :
Das Blatt berieben, knittrig, angestaubt und altfleckig.
Am Unterrand eine Hinterlegung (8 × 4 cm).
Alt am Oberrand auf Unterlagekarton montiert.

Das Augsburger Intelligenzblatt meldet am 21 Sept. 1842,
dass der Dr. der Medizin und prakt. Arzt, Albert Pettenkofer, aus Oettingen, 29 Jahre alt, an Schlagfluß verstorben ist.

Oettingen (Ries), Nördlingen

55 EUR





Jakob Kallenberg (1540-1605): Landsknechte als Fahnenschwinger. - Holzschnitt, 1545

Landsknechte als Fahnenschwinger.

Holzschnitt(e), 1545.
2 Holzschnittte auf 1 Blatt (Vor- u. Rückseite).

Aus : Jacob Köbel, Wapen des Heyligen Römischen Reichs Teutscher Nation […], 1545 (Exemplar der 1. Auflage, 1579 erschien noch eine 2. Aufl.).

Darstellungen : ca. 14 × 21,5 cm – Blatt : 28 × 18 cm.

Zuschreibung an Jacob Kallenberg, unten rechts monogrammiert : “I.K.”
(nachgewiesen tätig in Bern ca. 1535/65).

Erhaltung : Gute Drucke auf festem Büttenpapier, nur leicht altfleckig.
Der Druck der Rückseite jeweils leicht umseitig durchschlagend. Eine Hinterlegung mit dunklem Papier würde dies stark vermindern. – Das Blatt ist nicht, wie gelegentlich auch zu finden, gespalten und damit seiner Rückseite beraubt, sondern beidseitig original bedruckt.

Literatur : Zu den beiden Ausgaben (1545/1579) s. Katalog der Lipperheideschen Kostümbibliothek sowie Josef Benzing : Jacob Köbel […] Bibliographie seiner Drucke und Schriften.

“Die Landsknechte waren nicht nur für ihre Kampfkraft, sondern auch für ihr extravagantes Erscheinungsbild bekannt. Ihre äußerst bunte Bekleidung bestand aus gepufften und geschlitzten Hemden und Hosen, zu denen sie eine Bundhaube bzw. schräg darüber ein breitkrempiges mit Federn und Wollbüschen bunt geschmücktes Barett aufsetzten. An den Füßen trugen sie die nach ihrer Form benannten Kuhmaulschuhe. Typisch waren auch das vor der Brust verschnürte Lederwams und bunt gefärbte Socken. Der Ursprung der geschlitzten Mode ist unklar; so wird vermutet, dass die enge Kleidung des späten 15. Jahrhunderts im Kampf äußerst hinderlich war. Die Landsknechte schlitzten sie deshalb auf, banden sich Stofffetzen um die Ärmel und ließen die dicken Unterstoffe herauspludern … Die auffällige gepuffte und geschlitzte Kleidung der Landsknechte, die eine imponierende Wirkung erzielen sollte, wurde in adeligen Kreisen als Anmaßung betrachtet. Auf Initiative Maximilians I. billigte ihnen der 1503 tagende Reichstag zu Augsburg jedoch das Recht zu, sich nach eigenem Gutdünken zu kleiden. Die Bekleidung war absolut uneinheitlich, lediglich die Offiziere waren meist durch eine bunte Schärpe erkennbar … Die Kleidung der Landsknechte beeinflusste die zivile Mode des damaligen Europas stark und wurde sogar in Stahl nachgebildet. So entstanden gepuffte und geschlitzte Paraderüstungen, die repräsentativen Zwecken dienten. Der Brayette genannte Genitalschutz der damaligen Rüstungen war ein stählernes Abbild des Hosenlatzes der Landsknechte.” (Wikipedia, 30.12.07). – SW: Lansquenet, Katzbalger, Renaissance-Waffen, Renaissancekleidung, Landsknechtmode, auch Jakob Kallenberg).

125 EUR





Joan Miró (1893 Barcelona - 1983 Palma de Mallorca) : La Danse du Feu. - Farblithographie, 1963

Joan Miró (1893 Barcelona – 1983 Palma de Mallorca) :

“La Danse du Feu”

Orig.-Farblithographie, 1963.
Nicht signiert.

Das Blatt entstammt unmittelbar aus :
DERRIERE LE MIROIR : MIROARTIGAS.
Paris, bei Maeght, 1963.

Darstellung/Blattgröße : 38 × 56 cm (gerahmt).

Auf einem Doppelblatt!
Das Blatt ist entsprechend in der vertikalen Mitte gefaltet. Auf dem Scan bildseitig weniger erkennbar als in natura. Die Abbildung der Rückseite zeigt die Falte deutlicher.

Rückseitig Text, so original.

Erhaltung : In den äußersten Ecken und an den Enden des Mittelfalzes ganz minimale – im üblichen Betrachterabstand wohl kaum wahrnehmbare Druckspuren – sonst sauber/frisch.

125 EUR





Joan Miró (1893 Barcelona - 1983 Palma de Mallorca) : Farblithographie VI, aus Lithographe II, 1975

Joan Miró (1893 Barcelona – 1983 Palma de Mallorca) :

Orig.-Farblithographie (no). VI, 1975.

Aus : Joan Miro, Raymond Queneau :
Lithographe Vol 2., 1953-1963, Paris, Fernand Mourlot / Maeght Editeur, 1975,
nicht signiert.

Darstellung/Blattgröße : 32 × 49,5 cm

Die Lithographie befindet sich auf einem Doppelblatt,
der originale Falz in der Mitte wurde rückseitig verstärkt, somit liegt das Blatt plan und der Falz ist unauffällig. – Rückseitig Text, so original (siehe Abb.).

In sehr schöner, frischer Erhaltung.

55 EUR





Claude Gaveau (*1940 Neuilly-sur-Seine) : Fleurs Mauriciennes. - Farblithographie, 1995

Claude Gaveau (*1940 Neuilly-sur-Seine) :

“Fleurs Mauriciennes”

Farblithographie, unten rechts handsigniert,
unten links numeriert : Nr. 65 von insgesamt 150 Exemplaren.

Nicht datiert : Um 1995.

73,5 × 55,8 cm
In sehr schöner, frischer Erhaltung.

175 EUR





[Anonymus] : Mädchen mit Blumenkranz im Haar. - Aquarell (Grisaille-Malerei), um 1900

[Anonymus] :

Mädchen am Waldrand,
sich einen Blumenkranz ins Haar flechtend

Aquarell (Grisaille-Malerei), um 1900.

Ohne jede Bezeichnung.

Bildgröße : 19,5 × 14 cm.
Die Stecknadeleinstiche in allen vier Ecken zeigen an,
dass das Blatt nicht beschnitten worden ist.

Eine Ecke mit feiner Japanhinterlegung etw. verstärkt.
Insgesamt in sehr schöner Erhaltung. Wohl immer in Mappe aufbewahrt,
deshalb auch keine Ausbleichung etc.

95 EUR / reserv.





[Anonymus] : Elfe mit Schmetterling (Pfauenauge), um 1900

[Anonymus] :

Elfe mit Schmetterling

Aquarell, um 1900.
Ohne jede Bezeichnung.

Darstellung : ca. 14 × 9 cm
Unterlagekarton (oval) : ca. 27,5 × 21,5 cm

Schöne Erhaltung der Darstellung,
diese ausgeschnitten und goldfarben umrandet auf einen Trägerkarton alt/original aufgezogen. – Außerhalb der Darstellung etwas altfleckig/angestaubt sowie am linken Rand neben der Darstellung mit kleinen Knickspuren.

Symbolismus, Elfen

145 EUR / reserv.





Portrait : Maria Margareta de Barlemont Comitissa Hegmondana. - Kupferstich von Jacobus Nefs nach Anton van Dyck, ca. 1650

Portrait : “[…] Maria Margareta de Barlemont Comitissa Hegmondana”
(Marie-Marguerite de Berlaymont).

Kupferstich, um 1650.
In der Platte bezeichnet : “Ant. van Dyck pinxit. / Iacobus Nefs sculpsit. / Iones. Meyssens exc[udit].

Anton van Dyck : 1599-1641

Darstellung (mit Plattenrand) : 27,5 × 20 cm
Blattf: 36 × 26,5 cm

Referenz : Wohl New Hollstein 110.III (Van Dyck)

Schöner, kräftiger Abzug auf breitrandigem Büttenpapier mit Wasserzeichen.
Die Blattränder angestaubt und rundum mit Einrissen (weit außerhalb der Darstellung).

Original engraving, strong imprint on laid paper, many tears at the wide margins (out of image). Watermark something like a fool’s cap.

85 EUR





Carl Kessler (1876 Coburg – 1968 München) : Kapelle bei Zirl/Herbst (Tirol). - Aquarell

Carl Kessler (1876 Coburg – 1968 München) :

“Kapelle bei Zirl (Herbst)”.

Aquarell, signiert sowie rückseitig ortsbezeichnet.
Um 1930-1935.

Darstellung/Blatt : 34 × 29 cm
Farbfrisch wie am ersten Tag – immer in Mappen aufbewahrt.

Eine ganz feine Dunststimmung über dem Inntal.

Die Kapelle bei Zirl, ein Motiv dem sich Carl Kessler immer wieder gewidmet hat; aquarelliert zu verschiedenen Jahreszeiten, bei unterschiedlichem Licht – und auch in unterschiedlichen Größen.

Vita : C. Kessler wurde 1876 in Coburg geboren. Er besuchte zunächst die Kgl.-Sächsische Kunstgewerbeschule und wechselte 1899 an die Münchener Kunstakademie über. Dort schrieb er sich in der Naturklasse von Karl Raupp ein. Etwa ab 1910 spezialisierte er sich mehr u. mehr auf Winterlandschaften. Seine Motive fand er v.a. in den bayerischen Alpen, in Tirol und der Schweiz. Er war Mitglied der Münchner Künstlergenossenschaft (später der Abspaltung, der “Luitpoldgruppe”) und beschickte von 1911 an häufig die Ausstellungen im Glaspalast (meist Aquarelle mit Gebirgsmotiven) : 1911-1914 (1915 fand keine Ausstellung statt), 1916-1920 sowie 1930. – 1931 brannte der Glaspalast ab. – Die zeitgenössische Kunstkritik rühmt Kessler als Meister des Aquarells. – Referenzliteratur (Auswahl) : Thieme-Becker, Bd. XX, 1927, S. 210. – Dresslers Kunsthandbuch, Bd. II, Bln. 1930. – Ausstellungskatalog aus der Privatgalerie des Prinzregenten Luitpold von Bayern, Mchn. 1913, S. 33. – Clelia Segieth, in Bruckmanns Lexikon der Münchner Kunst (Hg. Horst Ludwig), Band 5, S. 458 f (mit 2 Abb.).

145 EUR





Franz Reinhardt d. Aeltere (1881 Helmstedt/Braunschweig-1946 Kempten/Lenzfried) : Skizzenbuch, um 1910-1911

Franz Reinhardt d. Aeltere (1881 Helmstedt/Braunschweig-1946 Kempten/Lenzfried)

Skizzenbuch,
etwa um 1910-1911 (zwei Blätter dat. 1910 und 1911).

20 × 13 cm, Leinen mit Schließbänder (Einband deutlich altfleckig),
mit etwas über 25 knappen Bleistiftstudien, meist Portraits, meist monogrammiert “FR”, zweimal findet sich auch der ausgeschriebene Nachname “Reinhardt” bzw. “F. Reinhardt”.

Franz Reinhardt der Ältere, ab 1900 an der Akademie München bei Gabriel von Hackl, Wilhelm von Diez und Franz von Stuck, Mitarbeiter im “Simplicissimus”, der “Jugend” und der “Meggendorfer Blätter”, ab 1917 Mitglied der Münchner Sezession und im Reichsverband Bildender Künstler Deutschlands (vgl. H. Ludwig: Franz von Stuck und seine Schüler. – Villa Stuck München, 1989, S. 123-125 (mit Abb. einschl. Signatur) u. 357.

Nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Franz Reinhardt (d. J.), München 1904-1965.

75 EUR





Carl Kessler (1876 Coburg – 1968 München) : Frühling im Alpenvorland / Bedediktenwand. - Aquarell, ca. 1925-1935

Carl Kessler (1876 Coburg – 1968 München) :

Frühling im Alpenvorland / Bedediktenwand

Aquarell, signiert,
um 1925-1935.

Darstellung/Blatt : 36,5 × 50,7 cm.

In schöner, frischer Erhaltung. Aus dem Nachlaß.

155 EUR





Johann Michael Schmitt (1878 Sulzthal/Kissingen - 1943 München) : Farbenskizze zur Ausmalung der Pfarrkirche Kircheiselfing (Eiselfing, bei Wasserburg a. Inn). - Aquarell, 1926

Johann Michael Schmitt (1878 Sulzthal/Kissingen-1943 München) :

“Farbenskizze zur Ausmalung der Pfarrkirche Kircheiselfing … München 1926”

Aquarell, tls. mit Deckweiß gehöht, bez. “Jo. Mich. Schmitt, Kunstmaler”.

Blattmaß : 58 × 33,5 cm

Das große Blatt mittig gefaltet.
Mit Handhabungsspuren : Papierfalten, wenige zentimeterlanger Randriß, dort auch angestaubt, gering stockfleckig.

Auf der Rückseite handschriftlicher Vermerk : “nicht (mehr?) erhalten” (sic).

22 EUR





Robert Hammerstiel (*1933 Werschetz/Banat) : Kuh. - Holzschnitt, 1998. Signiert

Robert Hammerstiel (*1933 Werschetz/Banat) :

KUH

Holzschnitt, handsigniert.
Aus der Folge : “Meine Tiere”.

  • Handdruck von Herrn Lang in der Druckwerkstatt Mosbach,
    auf Fabriano Disegno-Papier, 210 g.

Blattgröße : 35 × 45 cm.
Der Druck erfolgte im September 1998.

Auflage 48 Exemplare

Das Blatt selbst weist keine Auflagenbezeichnung auf,
die Auflagenbezeichnung befindet sich nur auf dem Impressum-Blatt,
das der Folge beigelegt ist. Dieses Blatt ist aber hier nicht beigegeben.

In blütenfrischer Erhaltung, immer in Kassette aufbewahrt.

“Meine Tiere – Jetzt im Alter erinnere ich mich besonders stark an die Jahre meiner Kindheit und an die Tiere dieser Zeit: Es war aber die Zeit der schrecklichsten Jahre unseres Jahrhunderts. Das Jahrhundert, das in einem Jahr zu Ende geht. Trotz allem Schrecklichen, war es eine wunderbare Kindheit, aber ist nicht jede Kindheit großartig und wunderbar, prägt sie doch das ganze Leben eines Menschen bis in’s Alter. Vor allem waren es die Tiere, denen ich begegnete. Meine ersten Tiere, an welche ich mich besonders erinnere, waren Kröten in der Backstube meines Vaters, die nachts die Insekten fingen. Die vielen Hühner, die Truthähne, die Perlhühner im Hof meiner Eltern. Die Rebhühner auf den Fluren der Banater Tiefebene. Die zahllosen Gänse und Enten an den Teichen und Pfützen. Die rufenden Sumpfvögel in den großen Sümpfen nahe der Stadt. Die Pferde unserer Bauern und ihre zahllosen Kühe. Die Ziegen der Tagelöhner. Die Schafherden in der endlosen Banater Heide. Die Schweineherden, die Hirten mit ihrem Hörn und die vielen Hunde der Hirten. Dies alles waren große Eindrücke meiner Kindheit. Da gab es die beinlose Wahrsagerin, die »Rutschmarie«, die täglich am Marktplatz der Stadt in ihrem Karren saß, und ihre Meerschweinchen zogen die Aufschlagkarten aus ihren Händen. An den Karren war ihr Esel Fritz gespannt: Wir Kinder liebten den Fritz, die Meerschweinchen und die »Rutschmarie«. All dies war eine wunderbare Zeit mit den Tieren. Aber es gab auch das Böse: den Krieg, die Internierung, das Zugrundegehen von Mensch und Tier. »Rutschmarie« ist mit ihrem Esel und den Meerschweinchen zugrunde gegangen. Als wir interniert wurden, gab es die größte Tragödie der Tiere. Es mag leicht sein, Menschen von Haus und Hof zu jagen, aber Bauern von ihren Tieren zu trennen, ist eine Katastrophe sondersgleichen. Ich erinnere mich an Situationen, die sich stark in mir einprägten. Wir wurden in einem Bauerndorf zu den Bäuerinnen und ihren Kindern dazugepfercht, zu den 2000 Bewohnern des Ortes kamen 8000 Menschen dazu. Das Dorf wurde zu einem Getto (Internierungs-lager) umfunktioniert. Nach vier Monaten wurden wir mit den Bauernfrauen und ihren Kindern aus den Häusern getrieben aufs freie Feld. Nachdem wir alle drei Tage auf dem Feld verbringen mußten, wurden wir Kinder im Alter von 10 bis 14 Jahren ins Dorf getrieben, um die Tiere zusammenzutreiben, das Geflügel zu fangen, die Tiere von ihren Koppeln und Ketten zu befreien” (Robert Hammerstiel in der Einführung zu der Folge).

85 EUR





Robert Hammerstiel (*1933 Werschetz/Banat) : Hahn (Titelblatt). - Holzschnitt, 1998. Signiert

Robert Hammerstiel (*1933 Werschetz/Banat) :

HAHN (Titelblatt)

Holzschnitt, handsigniert.
Aus der Folge : “Meine Tiere”.

  • Handdruck von Herrn Lang in der Druckwerkstatt Mosbach,
    auf Fabriano Disegno-Papier, 210 g.

Blattgröße : 35 × 45 cm.
Der Druck erfolgte im September 1998.

Auflage 48 Exemplare.
Das Blatt selbst weist keine Auflagenbezeichnung auf,
die Auflagenbezeichnung befindet sich nur auf dem Impressum-Blatt,
das der Folge beigelegt ist. Dieses Blatt ist aber hier nicht beigegeben.

In blütenfrischer Erhaltung, immer in Kassette aufbewahrt.

Zur Abbildung : Das Blatt ist selbstverständlich vollrandig erhalten.
Das Format unseres Scanners erlaubt es leider nicht, den Holzschnitt in der Höhe ganz abzubilden.

“Meine Tiere – Jetzt im Alter erinnere ich mich besonders stark an die Jahre meiner Kindheit und an die Tiere dieser Zeit: Es war aber die Zeit der schrecklichsten Jahre unseres Jahrhunderts. Das Jahrhundert, das in einem Jahr zu Ende geht. Trotz allem Schrecklichen, war es eine wunderbare Kindheit, aber ist nicht jede Kindheit großartig und wunderbar, prägt sie doch das ganze Leben eines Menschen bis in’s Alter. Vor allem waren es die Tiere, denen ich begegnete. Meine ersten Tiere, an welche ich mich besonders erinnere, waren Kröten in der Backstube meines Vaters, die nachts die Insekten fingen. Die vielen Hühner, die Truthähne, die Perlhühner im Hof meiner Eltern. Die Rebhühner auf den Fluren der Banater Tiefebene. Die zahllosen Gänse und Enten an den Teichen und Pfützen. Die rufenden Sumpfvögel in den großen Sümpfen nahe der Stadt. Die Pferde unserer Bauern und ihre zahllosen Kühe. Die Ziegen der Tagelöhner. Die Schafherden in der endlosen Banater Heide. Die Schweineherden, die Hirten mit ihrem Hörn und die vielen Hunde der Hirten. Dies alles waren große Eindrücke meiner Kindheit. Da gab es die beinlose Wahrsagerin, die »Rutschmarie«, die täglich am Marktplatz der Stadt in ihrem Karren saß, und ihre Meerschweinchen zogen die Aufschlagkarten aus ihren Händen. An den Karren war ihr Esel Fritz gespannt: Wir Kinder liebten den Fritz, die Meerschweinchen und die »Rutschmarie«. All dies war eine wunderbare Zeit mit den Tieren. Aber es gab auch das Böse: den Krieg, die Internierung, das Zugrundegehen von Mensch und Tier. »Rutschmarie« ist mit ihrem Esel und den Meerschweinchen zugrunde gegangen. Als wir interniert wurden, gab es die größte Tragödie der Tiere. Es mag leicht sein, Menschen von Haus und Hof zu jagen, aber Bauern von ihren Tieren zu trennen, ist eine Katastrophe sondersgleichen. Ich erinnere mich an Situationen, die sich stark in mir einprägten. Wir wurden in einem Bauerndorf zu den Bäuerinnen und ihren Kindern dazugepfercht, zu den 2000 Bewohnern des Ortes kamen 8000 Menschen dazu. Das Dorf wurde zu einem Getto (Internierungs-lager) umfunktioniert. Nach vier Monaten wurden wir mit den Bauernfrauen und ihren Kindern aus den Häusern getrieben aufs freie Feld. Nachdem wir alle drei Tage auf dem Feld verbringen mußten, wurden wir Kinder im Alter von 10 bis 14 Jahren ins Dorf getrieben, um die Tiere zusammenzutreiben, das Geflügel zu fangen, die Tiere von ihren Koppeln und Ketten zu befreien” (Robert Hammerstiel in der Einführung zu der Folge).

75 EUR





Robert Hammerstiel (*1933 Werschetz/Banat) : Hase. - Holzschnitt, 1998. Signiert

Robert Hammerstiel (*1933 Werschetz/Banat) :

HASE

Holzschnitt, handsigniert.
Aus der Folge : “Meine Tiere”.

  • Handdruck von Herrn Lang in der Druckwerkstatt Mosbach,
    auf Fabriano Disegno-Papier, 210 g.

Blattgröße : 35 × 45 cm.
Der Druck erfolgte im September 1998.

Auflage 48 Exemplare.
Das Blatt selbst weist keine Auflagenbezeichnung auf,
die Auflagenbezeichnung befindet sich nur auf dem Impressum-Blatt,
das der Folge beigelegt ist. Dieses Blatt ist aber hier nicht beigegeben.

In blütenfrischer Erhaltung, immer in Kassette aufbewahrt.

“Meine Tiere – Jetzt im Alter erinnere ich mich besonders stark an die Jahre meiner Kindheit und an die Tiere dieser Zeit: Es war aber die Zeit der schrecklichsten Jahre unseres Jahrhunderts. Das Jahrhundert, das in einem Jahr zu Ende geht. Trotz allem Schrecklichen, war es eine wunderbare Kindheit, aber ist nicht jede Kindheit großartig und wunderbar, prägt sie doch das ganze Leben eines Menschen bis in’s Alter. Vor allem waren es die Tiere, denen ich begegnete. Meine ersten Tiere, an welche ich mich besonders erinnere, waren Kröten in der Backstube meines Vaters, die nachts die Insekten fingen. Die vielen Hühner, die Truthähne, die Perlhühner im Hof meiner Eltern. Die Rebhühner auf den Fluren der Banater Tiefebene. Die zahllosen Gänse und Enten an den Teichen und Pfützen. Die rufenden Sumpfvögel in den großen Sümpfen nahe der Stadt. Die Pferde unserer Bauern und ihre zahllosen Kühe. Die Ziegen der Tagelöhner. Die Schafherden in der endlosen Banater Heide. Die Schweineherden, die Hirten mit ihrem Hörn und die vielen Hunde der Hirten. Dies alles waren große Eindrücke meiner Kindheit. Da gab es die beinlose Wahrsagerin, die »Rutschmarie«, die täglich am Marktplatz der Stadt in ihrem Karren saß, und ihre Meerschweinchen zogen die Aufschlagkarten aus ihren Händen. An den Karren war ihr Esel Fritz gespannt: Wir Kinder liebten den Fritz, die Meerschweinchen und die »Rutschmarie«. All dies war eine wunderbare Zeit mit den Tieren. Aber es gab auch das Böse: den Krieg, die Internierung, das Zugrundegehen von Mensch und Tier. »Rutschmarie« ist mit ihrem Esel und den Meerschweinchen zugrunde gegangen. Als wir interniert wurden, gab es die größte Tragödie der Tiere. Es mag leicht sein, Menschen von Haus und Hof zu jagen, aber Bauern von ihren Tieren zu trennen, ist eine Katastrophe sondersgleichen. Ich erinnere mich an Situationen, die sich stark in mir einprägten. Wir wurden in einem Bauerndorf zu den Bäuerinnen und ihren Kindern dazugepfercht, zu den 2000 Bewohnern des Ortes kamen 8000 Menschen dazu. Das Dorf wurde zu einem Getto (Internierungs-lager) umfunktioniert. Nach vier Monaten wurden wir mit den Bauernfrauen und ihren Kindern aus den Häusern getrieben aufs freie Feld. Nachdem wir alle drei Tage auf dem Feld verbringen mußten, wurden wir Kinder im Alter von 10 bis 14 Jahren ins Dorf getrieben, um die Tiere zusammenzutreiben, das Geflügel zu fangen, die Tiere von ihren Koppeln und Ketten zu befreien” (Robert Hammerstiel in der Einführung zu der Folge).

85 EUR






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